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Bio-Boom: der Fluch des Erfolgs

24. Oktober 2006 von Manuel  
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Damit man uns nicht vorwirft, immer nur die schöne Seite von Öko, Bio und Co zu zeigen: “..the organic paradox: The movement’s adherents have succeeded beyond their wildest dreams, but success has imperiled their ideals.” Sehr lesenswerter Artikel über das Problem von industrieller Bio-Großproduktion. Absurdes aus dem Organic-Anbau lässt für die Autorin nur noch den Schluss zu, dass sie weniger auf Bio als vielmehr auf “vor-Ort”-Produkte achten will. Die SZ legt in der Oktober-Ausgabe von Wissen nochmal nach und spricht von der Illusion Bio (die Schrot und Korn widerspricht natürlich heftig). Quo vadis Bio?

Auch in Deutschland wächst der Bedarf nach Bio-Produkten jeder Art. Hohe Wachstumsraten in einem stagnierenden Markt sorgen aber auch dafür, dass Produkte auf den Markt kommen, die zwar das Biosiegel führen, aber trotzdem ganz konventionell schmecken. Das liegt am Paradox, dass jedes Produkt, das aus biologischen Grundstoffen hergestellt wird, auch das EU-Biosiegel erhält. Dabei ist es ganz egal, wie das Grundprodukt verarbeitet wurde. So hat der Sterne-Koch Vincent Klink einige Bioprodukte der Handelsmarken getestet, mit einem verheerenden (Geschmacks)ergebnis.

Es ist halt auch im Ökolandbau wie leider überall: Je mehr Profit rauszuholen ist, desto mehr wird auch rausgeholt. Ich will hier niemand an den Pranger stellen, aber manche “Bio”-Produkte, gerade im Discounter, erscheinen mir doch etwas zu günstig für das, was mir da versprochen wird. Oder wie Kirstin Walther (Geschäftsführerin von Walthers Saft, eine sächsische Kelterei, die u.a. auch Bio-Saft anbietet) mir während eines persönlichen Gespräches mitteilte: “Böse Zungen behaupten, es gibt gar nicht so viele biologisch angebaute Orangen, wie es Bio-O-Saft im Handel gibt”.

Aber was tun? Die Flinte ins Korn werfen? Nein, aber bewußt(er) konsumieren und genau(er) hinsehen. Egal ob bei Bio, oder bei konventionellen Produkten.

Mehr zum Thema:
Jetzt kommen die Gewinnmaximierer
(TAZ);
Wolken am Bio-Himmel (Brigitte)

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Bio-Boom: der Fluch des Erfolgs”
  1. Fabian sagt:

    Ich finde es sehr postiv, dass Bio überall und auch bei den Discountern Einzug hält. Der günstigere Preis beim Discounter muß nicht in der geringeren Qualität begründet sein. So heißt es auch in dem zitierten TAZ-Artikel “Aldi zahlt den Erzeugern die besten Preise.”
    Der Preisvorteil wird dann durch optimierte Logistik usw. erreicht. Sicher wird sich bei den günstigen Produkten in der Herstellung nur an den Mindestrichtlinien der EG Öko Verordnung orientiert aber besser im Vergleich zu konventiellen Produkten gerade auch in Bezug auf die artgerechte Tierhaltung ist es auf jeden Fall.

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