Euro-Gurke abgeschafft?
Die EU-Kommission will Vorschriften für einheitliche Gurkenform jetzt wegen der gestiegenen Lebensmittelpreise aufheben. Das Vorhaben könnte dazu führen, dass wieder mehr Vielfalt in die Gemüsekisten der Supermärkte kommen könnte. Bislang gibt es vorgeschriebene Größen und “Krümmungswinkel” für Gurken und Co. Bei einer Abschaffung der Vorschrift könnte das Gemüse dadurch billiger werden.
EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel sagte am Dienstag in einem AP-Interview: «Ich finde nicht, dass ich mit Entscheidungen über die Form einer Gurke meine Zeit verschwenden sollte.» Sie wolle im kommenden Monat vorschlagen, die Vorschriften für die Gestalt verschiedener Gemüsesorten abzuschaffen – darunter neben Gurken auch Auberginen und Zucchini, Bohnen, Zwiebeln und Lauch. Fischer Boel sagte der AP weiterhin, dass angesichts der steigenden Lebensmittelpreise die Zulassung optisch nicht ganz perfekter und dafür billigerer Früchte vielen Verbrauchern nützen könnte. Für einkommensschwache Haushalte wäre das eine “Verbesserung der Lebensqualität”, so die Agrarkommissarin.

Im Prinzip ist es immer möglich gewesen Gemüse ausserhalb der Norm zu verkaufen. Nur bekam man dafür keine Subventionen. Jetzt, wo die Subventionen langsam zurückgefahren werden, verliert jegliche Normierung ihre “lenkende” Funktion.
Nö, “im Prinzip” war das überhaupt nicht möglich. Es ging sogar soweit, dass ich es persönlich auf dem Wochenmarkt in Leipzig erlebt habe, dass “krumme Gurken” in einem Körbchen standen, und Kunden die etwas gekauft hatten, dann dort einmal kostenlos reinlangen durften. Angesprochen auf die “Gratis Gurken” meinte die Marktfrau, dass sie die eben nicht verkaufen darf, wegen der EU-Norm. Wegwerfen wollte sie sie aber auch nicht. Geschmeckt haben die Gurken sehr gut – nur sahen sie eben etwas “verhutzelt” aus.