Frosta macht den Anfang: Lebensmittelampel
Einer muss ja damit anfangen – der Lebensmittelhersteller Frosta hat heute bekannt gegeben, ab August auf 4 seiner Tiefkühlprodukte die sogenannte “Lebensmittel-Ampel” einzuführen. Damit ist der Hersteller von Fertigprodukten aus Bremerhaven das erste deutsche Unternehmen, was die Ampel auf seine Produkte druckt. Im Frostablog schreibt Produktmanager Jens Bartusch:
“Jetzt ist es soweit – wir haben die mehrheitliche Meinung zu einer Ampelkennzeichnung aufgenommen und sie auf vier Gerichten mal exemplarisch umgesetzt. Nun kann man sich bei den Gerichten einfacher über die Gehalte an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker, Salz und Kalorien gleich beim Kauf informieren. (Quelle)”
Die Kommentatoren sind mehrheitlich begeistert und auch das Presse-Echo war heute sehr positiv. So berichtet auch Spiegel Online und die Financial Times Deutschland über den Ampel-Coup. Die Nährwertampel wird zunächst auf den Frosta-Produkten “Bami Goreng”, “Wok Mango Curry”, “Hähnchen Geschnetzeltes” und “Wildlachs in Butter-Blätterteig” zu finden sein. Ab August werden die ersten geänderten Verpackungen dann in den Handel kommen. Jedoch scheint Frosta noch nicht “konsequent” zu sein. Denn erstens sind nur 4 Produkte mit der Ampel versehen und zweitens lässt Frosta-Chef Felix Ahlers ein Hintertürchen offen, wie er im Interview mit der FTD zugibt: “Sollte es aber ein Alleingang bleiben – und es keine gesetzliche Regelung geben – werde Frosta nach einigen Monaten prüfen, die Kennzeichnung wieder zu kippen” kann man dort lesen.
Wäre schade, wenn in ein paar Monaten schon wieder Schluss mit der freiwilligen Kennzeichnung wäre. Aber, vielleicht kommt ja eine einheitliche Regelung. Wer sich für die Ampel stark machen möchte, kann dies bei zum Beispiel bei Foodwatch.de tun und eine entsprechende Nachricht an Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner, die Europäische Kommission und das Europäische Parlament schreiben und sie bitten, die Ampelkennzeichnung europaweit verbindlich einzuführen. Hier gehts zur Kampagnen-Seite.

Das ist ja schon mal ein Anfang. Hoffentlich gibt so etwas dem Gesetzgeber Mut eine Ampel verpflichtend vorzuschreiben. Es ist schon ziemlich Haarsträubend mit welchen Scheinargumenten die Lebensmittelindustrie in Deutschland dies verhindern will. Und die freiwillige Kennzeichnung in ziemlicher Unsinn. Da erfährt man derzeit z.B. dass eine Cola 5% der täglichen Kalorien enthält.
Irreführende Kennzeichnungen wie z.B. “fettfrei” auf einem Produkt, dass zu 90% aus Zucker besteht, sollte auch unterbunden werden. Zumindest würde man bei einer Ampel daneben erkennen, dass “fettfrei” Unsinn ist.