Fünf gute Gründe für Bio-Käse
Wer vor der Frage steht – bio oder nicht, der kann sich bei Käse eventuell von dieser kleinen Liste überzeugen lassen:
- Für Bio-Käse wird ausschließlich Bio-Milch verwendet. Im Biolandbau erhalten die Milchkühe biologisch produziertes Futter und genießen viel Auslauf im Freien.
- Bei der biologischen Käseproduktion werden weder gentechnologisch gewonnenes Lab noch gentechnisch veränderte Organismen (GVO) eingesetzt.
- Alle Biobetriebe und Bio-Käsereien werden mindestens einmal jährlich von einer unabhängigen, staatlich autorisierten Kontrollstelle überprüft.
- Bio-Käse ist ein Qualitätsprodukt von Bio-Käsereien, die auf viele
Zusatzstoffe, die sonst in der Käseproduktion üblich sind, verzichten. Das macht Bio-Käse Stück für Stück zu einem natürlichen Geschmackserlebnis. - Die Biobauern verwenden beim biologischen Futtermittelanbau organische Dünger.
Gefunden habe ich diese Zusammenstellung beim Perger Bio-Wochenmarkt. Klingt alles erst einmal recht einleuchtend, oder? Jetzt bin ich aber ein wenig bösartig und vergleiche die Liste mit regionalem aber “konventionellen” Käse…
Als Beispiel, weil online gut verfügbar, wähle ich die typischen Schweizer Käsesorten (Emmentaler, Appenzeller etc.), die ja regional hergestellt werden müssen und aus Bergmilch bestehen. Wie würde denn die Liste bei dieser Art von Käse aussehen?
- Milch: Käsereimilch stammt zu 100& von Kühen, die mit Heu und Kräutergras, aber nie mit Silofutter gefüttert werden.
- Lab: Das ursprüngliche Lab wird hergestellt aus dem vierten Magen von Kälbern, welche mit Milch aufgezogen wurden. Die Mägen stammen aus BSE-freien Ländern. Das Lab ist garantiert GVO-frei.
- Kontrolle: Bei AOC-Käse stammt die Milch aus einer klar definierten Region. Die Milch wird auch in dieser Region verkäst, und der Käse wird bis zur Reife des Produkts dort gepflegt. Sowohl die Milch als auch die Kühe und Ställe unterstehen einer ständigen Qualitätskontrolle. Die Milch wird bei der Annahme in der Käserei nochmals auf ihre Qualität geprüft.
- Zusatzstoffe: Schweizer Käse wird ohne den Einsatz von künstlichen Zusatzstoffen hergestellt. Dazu haben sich die Käsehersteller im Rahmen eines Branchenkodex verpflichtet. Dieser trat im November 2002 in Kraft, wurde seither mehrmals erneuert und gilt vorläufig bis 30. Juni 2008.
- Dünger: Es darf kein alpfremder Dünger für die Hochweiden eingesetzt werden (umstritten ist der Einsatz von Gülle!)
(Quellen: switzerland-cheese.ch; glarner-bergkäse.ch)
Wir sehen also, so schlecht stehen auch konventionelle Käse, die unter strengen Qualitätskontrollen hergestellt wurden und regional verwurzelt sind, nicht dar. Zugegeben, ich habe hier ein wenig Äpfel mit Birnen verglichen – aber mich regen so schwammig formulierte “Qualitätsmerkmale” wie ganz oben einfach auf. Bloß weil “Bio” drauf steht, ist ein Käse nicht automatisch besser oder gar schmackhafter als regionale Spezialitäten. Was kann der Verbraucher nun aus dieser Aufstellung mitnehmen? Dazu noch eine letzte, nämlich meine ganz eigene Aufzählung:
- Wenn möglich, Käse von regionalen Erzeugern kaufen
- Nachfragen, welche Inhaltsstoffe drin sind
- Wenn sinnvoll und erhältlich, auf Bio-Käse bestehen (auch die Schweizer Käse gibt es häufig in Bio-Varianten)
- Auf “Industriekäse” (Massenprodukte ohne viel Geschmack dafür mit vielen Zusatzstoffen verzichten)
- Wenn möglich, Rohmilchkäse kaufen – häufig sind sie geschmackvoller als Käse mit pasteurisierter Milch
So, mit derartig viel Informationen ausgestattet, wünsche ich viel Spaß beim nächsten Käsekauf
Bildnachweis: (c) fuzz – aboutpixel.de

mittlerweile geht auch mein Trend zu Biokäse, je mehr man über Industriekäse und seine Folgen sieht<br />
http://tinyurl.com/2jux93
oder Kunstkäse ?
http://tinyurl.com/2wvcoq
oder Designerkäse ?
http://tinyurl.com/34homp
Toll, oder ?? dann lieber Bio