Kaffee-Verkauf als Entwicklungshilfe
Wußten Sie, dass Deutschland der viertgrößten Kaffeeexporteur der Welt ist? Wie kommt das, wo doch nachweislich in Deutschland aufgrund des (derzeitigen) Klimas kein Kaffee angebaut wird? Das liegt an der bisherigen Zollpolitik, denn bis 2007 gab es auf gerösteten Kaffee eine saftige Steuer, und nur grüner Kaffee konnte zollfrei importiert werden. Um Kosten zu sparen, wird vor Ort geröstet, zum Beispiel in Hamburg. So kommt es, dass der Kaffee, den wir trinken, fast immer bei uns geröstet wird und so die Menschen in den Herkunftsländern an der Wertschöpfung durch die Röstung nicht teilhaben können. Doch dieser Importzoll wurde nun für viele Entwicklungsländer gestrichen und so kann der Kaffee jetzt auch direkt vor Ort weiterverarbeitet werden.
Mit dem neuen Kaffeeprojekt “Solino” sollen äthiopischen Kaffee-Bauern ökonomisch unabhängiger gemacht werden – und Kaffeetrinker aus Deutschland und Europa in den Genuß von leckeren Fairtrade-Kaffe kommen. Für den äthiopischen Hochland-Arabica werden Bohnen aus den Gebieten Harar, Yirgacheffee und Sidamo verarbeitet. Diese Sorten wachsen wild im Regenwald (Wildkaffee aus Äthiopien ist allerdings nicht ununmstritten) und werden wie Bio Kaffee nicht gedüngt. Da es vor Ort kein offizielles Bio-Siegel gibt, wird Solino noch ohne Bio-Zertifzierung verkauft. Geröstet wird nach italienischem Verfahren über 15 Minuten, was den Kaffee ideal für Espresso und Cappuccino machen soll. Unterstützt wird Solino vom Tiefkühlproduzenten Frosta und der Ethiopian Women Exporters Association (EWEA). Bekommen kann man den edlen Kaffee bislang über einen eigenen Online-Shop, bzw. im Frosta-Bistro in Hamburg. Weitere Verkaufsorte sind bereits im Gespräch. Ein echter Geheimtipp also für alle LOHAS! Vital-Genuss sprach mit Frosta-Geschäftsführer Felix Ahlers über das Kaffee-Projekt:
Frage: Vor ein paar Tagen ist Solino der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Wie war die bisherigen Resonanz – und sind Sie damit zufrieden?
Ahlers: Ja, der Botschafter aus Äthiopien Kassahun Ayele hat das Projekt am 29. März sehr persönlich und klar der Presse vorgestellt und es war interessant, dass viele Journalisten kamen und darüber berichten wollen. Besonders hat mich gefreut, dass die Qualität des Kaffees von allen sehr gelobt wurde. Die ersten Bestellungen sind bereits einige Stunden nach der Pressemeldung angekommen.
Frage: Man kann das Projekt “Solino-Coffee” ja als “Hilfe zur Selbsthilfe” bezeichnen. Wie kamen Sie auf die Idee, Kaffee aus Äthiopien in Europa zu verkaufen?
Ahlers: Ich war mehr zufällig vor einem Jahr in Äthiopien und habe dort mit der GTZ ein paar kleineren Unternehmern gesagt was man machen müsse um nach Deutschland zu exportieren. In Gesprächen mit Regierungsvertretern und Produzenten wurde schnell klar, dass das Land dringend mehr an der Veredlung seiner Rohwaren teilhaben muss um sich zu entwickeln. Mit Kaffee wurden bereits viele Versuche unternommen, aber sie scheiterten meist an der Vermarktung in den Zielländern wie Deutschland oder den USA.
Frage: Der Kaffee heißt “Solino”. Wie sind Sie auf den Namen gekommen – und was bedeutet dieser?
Ahlers: Solino heisst “kleine Sonne” auf italienisch. Es soll Hoffnung symbolisieren und wird auch in Äthiopien gut verstanden.
Frage: Was macht Kaffee aus Äthiopien eigentlich so besonders?
Antwort: Äthiopischer Kaffee wird oft im Regenwald wild gepflückt und wächst in einer Höhe von über 2000 Metern. Die Sorten Yirgacheffee, Sidamo und Harar sind international bekannt für einen würzigen und sehr säurearmen Kaffee.
Frage: Solino wird durch FRoSTA unterstützt, so steht es zumindest auf der Verpackung. Wie wird sich diese Unterstützung äußern?
Ahlers: FRoSTA kauft ja auch viele Rohwaren in Ländern wie z.B. Mangos in den Philippinen. Auch dort ist es für die Länder wichtig, veredelte Produkte liefern zu können. So entstehen neue Wirtschaftszweige und qualifizierte Arbeitsplätze. FRoSTA unterstützt das Solino Projekt logistisch und organisatorisch. Außerdem unterstützt wir mit Kontakten zum Lebensmittelhandel.
Frage: Falls der Kaffee-Verkauf erfolgreich ist, wird es eventuell andere “Solino-Produkte” geben?
Ahlers: Im Moment verkaufen wir nur dunkel gerösteten Kaffee als ganze Bohnen oder gemahlen für Espressomaschinen. Einen besonders guten Kaffee für die Zubereitung im Filter wollen wir auch noch einführen. Außerdem habe ich in Äthiopien einen besonderen Honig gefunden der aus Kaffeeblüten stammt. Vielleicht führen wir den auch noch ein!
Frage: Es gibt auf www.solino-coffee.de auch ein kleines Kaffee-Blog. Was erwartet den Leser dort?
Ahlers: Dieser Blog soll dazu dienen direkten Kontakt zwischen dem äthiopischem Kaffeeröster und den deutschen Konsumenten herzustellen. Die Diskussion wird natürlich in englisch ablaufen müssen.
Frage: Ihre Wünsche für die Zukunft: Wo sehen Sie Solino in 3 Jahren?
Ahlers: Ich hoffe, dass Solino einen kleinen Markt für Kaffeebegeisterte Verbraucher findet, die diesen besonderen Kaffee schätzen und gleichzeitig ein wirklich schönes Land fördern möchten. Außerdem hoffe ich, dass das Solino Projekt zeigt, dass Entwicklungsländer vom offenem Handel mit uns profitieren. Dazu müssen wir unsere Märkte öffnen und Schutzzölle abbauen. Dies bringt mehr als das Verteilen von Lebensmitteln in diesen Ländern. Ganz nach dem Motto von Solino: Handeln statt Helfen (Trade not Aid).
Bildnachweis: (c) Fotos von solino-coffee.com

Ob Frosta da so uneigennützig handelt ist die Frage. Vielleicht erwartet Frosta im Gegenzug das Verkausmonopol für die Sorten Harar, Yirgacheffee und Sidamo. Okay, die Bauern verkaufen keine Halbprodukte sondern das Endprodukt. Aber wie sollen Sie ihren Kaffee ohne Frosta loswerden?
Quatsch. Mit den Abnahmemengen wird es wohl kaum zur Monopol-Bildung reichen
Natürlich hilft der Name Frosta, das Projekt bekannter zu machen. Und es geht in erster Linie nicht um den Profit als neue “Produktlinie”, sondern mit dem Erlös werden vor Ort Business-projekte unterstützt. Kann man auch alles im Blog bei Solino-Coffee nachlesen.
“Und es geht in erster Linie nicht um den Profit als neue “Produktlinie”, sondern mit dem Erlös werden vor Ort Business-projekte unterstützt.”
Geschäfte machen und Wohltätigkeit sind unvereinbar. Es gibt Leute mit einem schlechten Gewissen und es gibt Leute die Vorteil daraus ziehen. Lass die Leute mit einem schlechten Gewissen mehr für ihren Kaffee bezahlen und gib das extra Geld den Kaffeebauern. So hat man ein Produkt dass im Markt liegt und erobert einen Teil des Kaffeemarkts. Die Abnehmemengen sollen natürlich noch viel grösser werden.
Nichts im Leben ist gratis. Alles ist ein Tausch. Auch Mutter Theresa wollte etwas zurückbekommen für ihre Wohltätigkeitsarbeit. Die Sympathie der Armen, geliebt und populäe sein, ein Platz im Himmel oder was auch immer. Es ist unmöglich um Etwas für nichts zu tun.
“Geschäfte machen und Wohltätigkeit sind unvereinbar.”
Wo steht was von Wohltätigkeit? Ist doch ganz klar beschrieben: “mit dem Erlös werden vor Ort Business-projekte unterstützt.” Das heißt, das Geld wird nicht gespendet, sondern investiert. Da Herr Ahlers sich laut eigener Aussage an den Firmen beteiligt mit dem Investment, erwartet er sicher irgendwann Rendite (womit das Geld dann zurückkommt).
Grundsätzlich solltest Du, wenn Du ein Problem mit dem Geschäftsmodell hast, einfach mal direkt Kontakt aufnehmen, hier ist nicht wirklich der richtige Ort für die Diskussion – da ich eben nicht der Ansprechpartner bin.
Beste Grüße,
Manuel
Ich bin seit geraumer Zeit auf der Suche nach kompetenten Vertriebspartnern für den philippinischen Kaffeemarkt, speziell dem der Insel Negros Oriental. Meine Frau und Ihre Nachbarn haben erhebliche Schwierigkeiten ihren Kaffee zu verkaufen, da es an kompetenten
Geschäftspartnern fehlt.
Wer könnte mir helfen ?
Im Dezember beginnt dort die Kaffeeernte und die kaffeebauern wissen nicht, ob sie ihre Produkte auch verkaufen können.
Melden Sie sich bitte unter
bernd.hilgenbrink@yahoo.de
wenn Sie den Kaffeebauern der Insel Negros Oriental ( Philippinen ) helfen wollen Ihren Kaffe erfolgreich zu verkaufen.