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11. March 2010 | Nachrichten Feed

Wie bereite ich Kaffee richtig zu?

29. Juli 2008 von Manuel  
Abgelegt unter Genuss

Das Maskal-Kaffeeblog hat eine kleine Perle des Infotainments ausgegraben. In der Zeitung “20cent” wurde das Thema “Kaffee-Genuss” behandelt. Nach Meinung von Maskal-Blogger Dr. Hans-Jürgen Langenbahn strotzt dieser kleine Artikel jedoch vor lauter Fehler. Pflücken wir doch einmal kurz die besagte Meldung (Quelle) auseinander:

Genuss: Kaffee richtig zubereiten
Soweit richtig, gut zubereiteter Kaffee schmeckt besser als schlecht zubereiteter.

kaffeebohnen-tipps“Beim Kaffee ist die Zubereitung das A und O.”
Nun gut, sicherlich spielt auch der Kaffee selbst, also die Sorte, die Qualität der Bohnen etc. eine nicht zu unterschätzende Rolle… Und selbst sowas profanes wie das Wasser (ist es hart oder weich, welcher Mineraliengehalt?) ist wichtig.

“Mag man den Kaffee mild, empfiehlt es sich, ihn von Hand aufzubrühen.”
Also wenn ich einen “dünnen” Kaffee haben möchte, reicht es ja schon das Pulver entweder zu fein oder zu grob zu mahlen und damit den Filter zu verstopfen. Zu allererst sorgt aber der Kaffee selbst (Röstung, Sorte) dafür, ob er nun mild oder eher kräftig ist. Und bis zu einem gewissen Grad auch die Menge des verwendeten Kaffeepulvers.

“Die richtige Brühtemperatur ist dabei 85 bis 89 Grad Celsius.”
Nein, bei 85 Grad (der Temperatur von Kaffeemaschinen) lösen sich sehr schön die Bitterstoffe, laut Kaffee-Experten sollte die Brühtemperatur aber etwa 95 Grad haben. Kochendes Wasser wiederum zerstört die ätherischen Öle.

“Kräftiger wird der Kaffee in der Maschine. Die Temperatur ist hier höher und das Wasser wird per Dampfdruck nach oben befördert.”
Das mit dem Druck stimmt, bei Vollautomaten. Die Temperatur ist aber nicht höher, sondern eher etwas niedriger. Und wie weiter oben erwähnt – kräftiger Kaffee hat erst einmal nichts mit der Maschine zu tun. Wenn man kräftig = bitter gleichsetzt, dann gibt es sicher “kräftigeren” Kaffee in der Standard-Filtermaschine :-)

“Noch dunkler wird das schwarze Gebräu in der Siebstempelkanne.”
Hmm, was hat die Farbe des Kaffees mit dem Geschmack zu tun? Sicher ist – Blümchenkaffee, also Kaffee durch den man das Muster auf dem Tassenboden sehen kann, ist zu dünn, um zu schmecken.

zubereitung-kaffee“Das Kaffeepulver kommt direkt in die Kanne und wird mit heißem Wasser aufgegossen. der lose Kaffee wird dann mit einem Sieb heruntergedrückt, was den Geschmack intensiviert.”
Durch das “Herunterdrücken” passiert erst einmal noch gar nix. Richtig ist, dass sich die sogenannten “Kaffeeöle” beim Presskännchen im Kaffee und nicht im Filter befinden. Den Geschmack regelt man bis zu einem gewissen Grad durchs ziehenlassen des Kaffees (3 bis 10 Minuten), bevor man das Sieb herunterdrückt.

“Besonders stark ist türkischer Kaffee oder Espresso.”
Stark im Sinne von “viel Koffein”? Nein, gerade der Espresso ist “milder” (weniger Koffein) als normaler Kaffee. Das hat mit dem Verhältnis Wassermenge zu Kaffee/Espresso-Pulver zu tun.

“In einem Metallkännchen gekocht, das das Wasser auf bis zu 90 Grad Celsius erhitzt, wird der Kaffee bitterer und deshalb mit Zucker getrunken.”
Es steht doch schon da “gekocht”. Und bei welcher Temperatur kocht Kaffee? Kochen sollte er aber natürlich nicht, dann wäre er schnell geschmacklich im Eimer. Wahrscheinlich bezieht sich der Artikel in diesem Zusammenhang auf den “neapolitanischen Kaffee”, der in 3teiligen Espressokannen zubereitet wird. Weil in der Kanne ein leichter Dampfdruck entsteht, wird mit dieser Zubereitungsmethode eine größere Menge von Aromastoffen gewonnen.

Erstaunlich, wie viele “Fehlerchen” sich in so einem kurzen Text anhäufen können. Darauf trinke ich jetzt erst einmal einen Kaffee – aus der Presskanne natürlich! :-)

Bildnachweis: (c) Fotos von Arnim Schindler / aboutpixel.de

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