Vital-Genuss.de : Das Blog rund um den grünen Lifestyle.

2. October 2016 | Nachrichten Feed

Kaffeemarken im Test

23. April 2009 von Manuel  
Abgelegt unter Genuss

Stiftung Warentest hat in der Mai-Ausgabe des Deutschen Lieblingsgetränk Kaffee untersucht. Insgesamt 31 Röstkaffees wurden getestet. Die Bandbreite reichte vom Discounter-Kaffee für 2,49 Euro bis zu Marken-Kaffee von Dallmayr für 5,20 Euro. Das erstaunliche Ergebnis: 21 Kaffee unterschieden sich kaum im Aroma. Das scheint nach Angaben von Stiftung Warentest gewollt zu sein, denn der Einheitsgeschmack trifft den Gaumen der durchschnittlichen Kaffeetrinkers. Der “typische Kaffeegeschmack” zieht sich durch etablierte Marken, Discounterware und auch Bio-Kaffees. Also, wer von noblen Namen wie „Der Himmlische“ oder „Gourmet Kaffee“ einen herausragenden Kaffeegenuss erwartet, liegt leider falsch. Dazu muss der Kaffee-Genießer deutlich tiefer in die Tasche greifen und zu den Produkten kleiner Röstereien greifen – die fangen aber preislich auch erst bei 7-8 Euro an, nach oben setzt nur der eigene Geldbeutel die Grenze :-)

Bio-Kaffee besser?

Grundsätzlich gilt: Wer beim Kaffeetrinken auch an die Kaffeebauern und die Umwelt denkt, sollte Transfair- oder Biokaffee kaufen. Beim Vor-Ort-Test der sozialen und ökologischen Unternehmensverantwortung der 19 Anbieter der Röstkaffees zeigte sich im Warentest aber, dass sich viele klassische Anbieter kaum in den Bereichen engagieren. Trotz Werbeaussagen wie: „Aus den besten Anbaugebieten der Welt“ wissen sie häufig nicht einmal, woher ihr Kaffee überhaupt kommt. Bio- oder Transfair-Kaffees von Aldi (Süd), Darboven, Gepa und Lebensbaum überzeugten hingegen sowohl in der Produktqualität als auch beim Engagement für Soziales und Umwelt. Sie sind mit Preisen von 4 bis 5,70 Euro pro 500 Gramm aber auch teurer als konventionelle Kaffeemarken.

Die Test-Ergebnisse

24x gab es ein “Gut”, Testsieger mit der Note 2,1 wurde der Bellarom Gold (Lidl). Drei Kaffees (Kaiser’s Tengelmann A&P Kaffee, Metro Tip Gold Kaffee, Tchibo Gran Cafe) erhielten leider ein “Mangelhaft”, denn in der Zubereitung schmeckten sie laut Angaben der Tester “modrig” oder “nach Pappe”. Die meisten Kaffees im Test bestanden aus Arabica-Bohnen. Das Aroma von Arabica ist mild und fein, der Anbau und die Ernte der Bohnen sind aufwändiger als bei der Sorte Robusta. Kein Wunder also, dass Hersteller ihren Ursprung auf der Verpackung hervorheben. Die Untersuchung im Warentest-Labor zeigte: Kein Anbieter hat geschummelt. Wo 100 Prozent Arabica draufstand, da gab es auch keinen Hinweis auf eine andere Kaffeesorte. Interessanterweise gab es auch Probleme mit dem Acrylamid-Gehalt. Vier Produkte fielen negativ auf: Penny Contal, Alnatura, Mona Gourmet und A & P von Kaiser’s Tengelmann. Sie überschritten laut Stiftung Warentest den Signalwert für Acrylamid, der Lebensmittelwächter aufhorchen lässt. Einen konkreten Grenzwert gibt es aber (noch) nicht. Insgesamt zeigte sich Stiftung Warentest aber zufrieden mit dem Ergebnis. Im Supermarkt erhält der Kunde also wohlklingende Namen, einen Einheitsgeschmack und zahlt etwa 3 bis 5 Euro pro Pfund Kaffee. Kaffee-Gourmets sehen sich wahrscheinlich in Ihrem Urteil über “Industrie-Kaffee” wieder einmal bestätigt :-)

Die ausführlichen Ergebnisse der Kaffeemarken finden sich in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift test und auf der  Test-Website (kostenpflichtiges PDF).

Ähnliche Beiträge zu diesem Thema:

  • No Related Post

Kommentare

6 Kommentare zu “Kaffeemarken im Test”
  1. Steffen B. sagt:

    Interessantr Test, bei Kaffee gibts wirklich ziemlich große Unterschiede zwischen den Marken. Auch müssen die teuren nicht immer die besseren sein.

  2. Manfred sagt:

    Auch die getesteten teuren Marken sind eigentlich auch noch Massenprodukte. Wer sehr grosse Mengen Kaffee verkauft muss überall einkaufen. Und nicht überall, auch nicht bei Kaffee aus der selben Region, ist der Kaffee von der gleichen Qualität. Daraus eine einheitliche Qualität mit einem einheitlichen Geschmack, durch Mischungen verschiedener Ernten, zu realisieren ist wahrscheinlich alles andere als einfach. Dass auch “modiger” oder nach Pappe schmeckender Kaffee dabei ist kann man eigentlich erwarten.

Trackbacks

Finden Sie heraus, was andere zu diesem Artikel gesagt haben
  1. [...] 31 Kaffeesorten unter die Lupe. Die Ergebnisse erschrecken mich zwar ein wenig, dennoch sind sie nicht sonderlich verwunderlich, wenn man bedenkt, durch wieviele möhlige Kaffeesorten ich mich schon trinken musste. Dennoch [...]

  2. [...] abzuheben, oder mit unseren Gästen darüber zu sprechen. Wir halten es da eher mit den Kolleginnen und Kollegen von vitalgenuss, die es folgendermaßen auf den Punkt bringen: Also, wer von noblen Namen wie „Der Himmlische“ [...]

  3. [...] von Manuel drauf gestoßen. Weil er den Bericht super zusammenfasst, verweise ich euch einfach zu seinem Eintrag zum Test und habe damit mehr Platz zum [...]

  4. [...] wie Stiftung Warentest in ihrem Kaffeetest gezeigt hat, ist der Unterschied ja nicht sooo riesig. Wenn man Markenkaffee eben mit [...]



Und was meinen Sie?

Erzählen Sie uns, was Sie über dieses Thema denken...