Neue Kaffee-Paraden
Die von Maskal Kaffee und mir ausgelobte Blog-Aktion “Kann denn Kaffee Sünde sein?” liegt nun ein halbes Jahr zurück. Passend zum Sommerloch gibt es gleich zwei Kaffeeparaden fast zur gleichen Zeit. Da ist einmal Robertomueller.de mit der Blogparade “Der Kaffee am Morgen” und dann der Barista-Experte Arne von Coffeness.de mit dem Thema “Kaffeekultur“. Schlagen wir doch einfach 2 Kaffeebohnen mit einem Stamper und nehmen an den Paraden im praktischen Doppelpack teil
Auch wenn Arnes Parade eigentlich vorbei ist – hier kommt halt mein Nachzügler – sozusagen ein Mitternachtskaffee.
1. Blog-Parade: Kaffeekultur
Die Fragen nebst meinen Antworten:
Gehört die Zubereitung für dich mit zur Kaffeekultur oder ist sie nur Mittel zum Zweck?
Das hängt von der Tageszeit ab. Morgens gehört die Zubereitung einfach als notwendiges Übel dazu, da gebe ich mir nicht so viel Mühe (exakte Temperatur, langes Ziehen im Presskännchen), sondern da sollte der Kaffee einfach fix fertig werden. Natürlich dabei immer schmecken! Darum ist mein “Ritual” für fast jeden Kaffee dasselbe. Kaffeebohnen mahlen, Wasser kochen, Kaffeemehl in die Presskanne geben, Wasser dazu, ein wenig ziehen lassen, Kaffeebecher füllen, meistens einen kleinen Schuss Milch dazu…. genießen. Wenn es ein besonderer Kaffee und ein besonderer Anlass (Sonntagnachmittagkaffee mit Gästen, neue Sorte testen usw.), dann achte ich mehr auf die Details bei der Zubereitung – und die Milch als “Geschmacksverwässerer” wird bei neuen Sorten erst einmal weggelassen.
Welche Wirkung hat Kaffee auf dich?
Meistens eher aufmunternd, obwohl ich kürzlich gelesen habe, dass in den ersten 15 Minuten der Kaffee eher beruhigend wird. Zum Einschlafen würde ich es aber dennoch nicht versuchen. Daneben hat Kaffee immer auch eine soziale Komponente – ein guter Kaffee erleichtert so manche Geschäftsverhandlung oder rundet ein gutes Gespräch mit Freunden im Café ideal ab.
Kaffeekultur oder Subkultur, sind Kaffeekapseln, Kaffeepads und Instantkaffes auch Teil der Kultur?
Wenn man sich den Hype um die Alukapseln mit dem Schauspieler-Werbeträger anschaut, dann sind Kapseln ganz klar als “Kultur” ins öffentliche Bewußtsein gedrückt worden. Durch den hohen Preis und eine Pseudo-Exklusivität mit der reduzierten Verfügbarkeit wurde eine ganz eigene “Clubkultur” erschaffen. Auch der Express-Kaffee (löslicher Kaffee) ist Ausdruck einer schnelllebigen Zeit und damit ein Kultur-Merkmal. Zur Genußkultur, oder zum sogenannten Slow-Food-Gedanken, passen solche Darreichungsformen in meinem Augen jedoch nicht.
Welche Veränderungen würdest du dir für die Kaffeekultur im deutschsprachigen Raum in den nächsten Jahren wünschen?
Wenn guter Kaffee endlich etwas mehr honoriert werden würde. Arne hat in seinem Blog eine sehr interessante Anekdote gebracht, vom schlechten Kaffee aus dem Pad im sehr edlen Restaurant. Das ist in meinen Augen eine klare Ansage und leider geringe Wertschätzung. Natürlich kann man mit mittelmäßigen Kaffees zu hohen Preisen in Cafés und Restaurants sehr gute Margen erzielen – das sollte sich ändern. Ich bin nicht bereit für schlechten Kaffee viel Geld hinzublättern, aber durchaus für guten Kaffee etwas mehr zu bezahlen.
Was ist für dich ein absolutes Kaffee No-Go? Eine verkalkte 08/15 Maschine, aus der bitterer Filterkaffee kommt, am besten noch stundenlang auf der “Warmhalteplatte” zugrunde geköchelt…
2. Blog-Parade: Der Kaffee am Morgen
Die Fragen nebst meinen Antworten:
Kochst du morgens bewusst Kaffee oder weil es einfach dazu gehört?
Hmm, gute Frage – natürlich gehört es für mich irgendwie “dazu”, den Kaffee zu kochen. Aber trotzdem mache ich es meistens sehr bewußt, damit er mir dann auch schmeckt. Denn wenn man nicht genau aufpasst, ist das Ergebnis nicht mehr genießbar
Kochst du normal in der Kaffeemaschine oder zum Beispiel mit einer French Press?
Natürlich in einem Presskännchen! Die Alternative wäre für mich wahrscheinlich ein Vollautomat (ein normaler Kaffeezerkocher kommt nicht ins Haus!), aber dieser ist teuer und nimmt viel Platz weg. Darum die leckere und kostengüstige Press-Methode, kombiniert mit einer Kaffeemühle, damit der Kaffee immer frisch ist.
Marken-Kaffee oder No-Name vom Discounter?
Nun, wie Stiftung Warentest in ihrem Kaffeetest gezeigt hat, ist der Unterschied ja nicht sooo riesig. Wenn man Markenkaffee eben mit “Durchschnittsgeschmack von TchiDuscho oder Jacobs Prodomo” gleichsetzt. Insofern sollte es eigentlich heißen “Spezialitätenkaffee” oder “Industriekaffee”. Um die Frage zu beantworten: Discounter-Kaffee kommt nicht aus der Tüte, aber auch nicht nur Spezialiätenkaffee in die Mühle. In der Schweiz haben wir eine recht gute Auswahl an verschiedenen italienischen Marken und hin und wieder gibt es einen leckeren Kaffee von Maskal.
Hast du eine Lieblingstasse? Wenn ja, würd ich gern ein Photo von ihr sehen
Aber gerne. Hier ist mein “Morgenmuffel”:

Milch, Zucker oder Schwarz?
Fast überwiegend mit einem Schuss Milch. Zum vollen Auskosten des jeweiligen Kaffeearomas aber dann “pur black”.
So, damit sind die Fragen der beiden Blogparaden ausführlich beantwortet worden. Ich bin sehr gespannt, was die anderen Teilnehmer so alles schreiben werden. Wer Lust hat, die zweite Blogparade ist noch bis Ende Juli offen für Jedermann.

schöne Tasse:)
Schön, dass du auch noch mit gemacht hast. Du bist sogar noch mit in die Auslosung gekommen. Ich habe beide Augen zugedrückt.
http://www.coffeeness.de/barista-blog/2009/07/10/und-der-gewinner-ist/
Viele Grüße,
Arne
Hey, Danke das du mitgemacht hast…warum ist der Link zu meinem Blog durchgestrichen O_o
Hallo Roberto,
keine Ahnung, wie sich da ein “line-through” einschleichen konnte. Ist jetzt weg
Cool. Wo gibts die Tasse zu kaufen?
Hallo Manuel. Ich bin ein großer Kaffee – Genießer und danke dir für deinen Beitrag.
Die Morgenmuffel-Tasse ist toll. Wo kann man die kaufen?
[Keine Ahnung, ist schon einige Jahre alt. War glaube ich ein typischer Geschenke-Artikel-Laden. Link zum Gastro-Shop hab ich entfernt.]