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Neue Getränkemarke mit Internetnutzern entwickelt

20. Juni 2006 von Manuel  
Abgelegt unter Genuss

artikel26-1.jpgVerrückte Web-Welt. An etablierte Firmen, die aus ihrem Arbeitsalltag per Weblog berichten (Frosta, Walthers), haben wir uns gewöhnt. Aber jetzt wird online eine Getränkemarke von seinen zukünftigen Kunden entwickelt. Jürgen Alker will deutschlandweit Ganzfruchtgetränke verkaufen, besser bekannt als Smoothies. Die Rezepte für fünf leckere Sorten hat er bereits, doch noch fehlen Name und Aussehen der Drinks. Deshalb richtete Herr Alker das Smoothie-Brand-Blog ein und schrieb einen Wettbwerb aus: 1500 Euro Prämie für den Marken-Namen und ebensoviel für das passende Layout der Flaschen. Jede(r) konnte seine Ideen einsenden und im Blog diskutieren. Einen Monat lang wurden viele Logos, Designs und Namensvorschläge gemacht. Am 19. Juni war Schluss und der Sieger stand fest: Die Smoothies werden „Hello! Drinks“ heissen.

Bevor Jürgen Alker unter die Saftproduzenten ging, arbeitete er in verschiedenen Werbeagenturen. Seit 2002 ist er selbständig und berät verschiedene Marken und Agenturen. Schon lange juckt es den Hamburger in den Fingern, auch mal eine eigene Marke zu erfinden. Das passende Segment war schnell gefunden: Deutschland ist durstig, und zwar nach Smoothies. Dieser zähflüssige Ganzfruchtsaft ist ein im Mixer hergestellter Brei aus Obst, Aromen und Eiswürfel, eine schnell herstellbare Alternative zu Sorbets. Die cremigen und dickflüssigen Drink sind in (Mittel)Amerika und vielen europäischen Ländern schon lange bekannt und heissbegehrt. Man findet sie in Coffee-Shops und eigenen Fruchtbars, aber auch in der Kühltruhe der Supermärkte. Bekannte Marken sind: Innocent Drinks (GB), Smoothieking (USA) und Nudie (AU). Smoothies wurden 1960 von Stephan Kuhnau in New Orleans entwickelt. Geboren aus einer Notlage: Kuhnau hatte Diabetes und litt an Lebensmittelallergien.

artikel26-2.jpgDer ausgeschriebene Wettbewerb fand ein großes Echo. Bekannte Internetseiten wie Spreeblick, Page, und Marketing-Blog berichteten sehr positiv über das „open-Source-Marketing“ und beim Ausrichter trudelten jede Menge Namen (über 300!) und einige interessante Verpackungsideen ein. Letztendlich gewann der Name „hello!“ – ein Vorschlag, der übrigens von Alkers Frau stammte. Den Preis für das Design erhält ein Designer, der nicht nur ein Logo schickte, sondern auch gleich Vorschläge für Verpackung und Webseite machte. Jürgen Alker hat für seine Hello!Smoothies bereits Markenschutz beantragt und startet jetzt in die nächste Phase durch: Vertrieb und Herstellung.

Wir von vitalGenuss wollten natürlich wissen, wie es jetzt mit Hello! weitergeht und haben dem Initiatior nicht nur herzlich gratuliert sondern gleich noch ein paar Fragen gestellt:

vitalGenuss
: “Bist Du mit dem Wettbewerb zufrieden? Wie war die Resonanz?”

Jürgen Alker: „Ja, ich bin sehr zufrieden. Es war ja nicht nur der Wettbewerb, der ganze Blog macht mir eine Menge Freude. Es ist toll so viel Feedback, Anregungen und Ideen zu bekommen. Klar, Kritik ist auch ab und an dabei. Für mich ist das eine riesige Motivation diese Idee weiter voran zu treiben. Ich hatte nicht gedacht, das sich so viele Leute für mich und meine Idee Gedanken machen werden. Und ich bin überrascht wie viele sich dann doch daran beteiligt haben. Aber man sieht, wie schwierig das ist, tatsächlich etwas auf die Beine zu stellen. Das gute war, das jeder daran teilnehmen konnte. Natürlich gab es auch Einsendungen, die nicht umwerfend waren. Aber egal, toll das sich jemand für mich die Zeit genommen hat!“

VitalGenuss: “Wann können wir “hello!“ regulär kaufen?”

Jürgen Alker
: “Tja, nachdem das Produkt und die Marke stehen, kommt bald das wichtigste Thema auf die Tagesordnung. Der Vertrieb. Mein Plan ist es Mitte August zu starten, hoffentlich finden sich Läden, die hello! verkaufen wollen… sobald alles gedruckt ist, werde ich versuchen mit den ersten möglichen Verkaufsstellen zu sprechen.

vitalGenuss: “Und über welche Vertriebswege wirst Du die hello!Drinks vertreiben?”

Jürgen Alker
: An sich überall wo ein Kühlschrank steht, an dem man sich selbst bedienen kann. Da wir völlig unbekannt sind, müssen wir einfach ins Auge fallen! Der Fokus liegt erst mal auf Hamburg und dann auf Berlin. Aber wenn es Interesse aus dem Süden gibt umso besser :-) Anfangs werde ich versuchen hello! in Coffeshops, “Delis”… halt überall da wo man morgens vorbei kommt und schnell etwas mitnimmt oder Mittag essen geht, zu verkaufen.

Ich würde aber auch gerne übers Internet verkaufen, an “Privatleute”. Irgendwann taucht die Idee eines Abos mal auf. Jeder der mag kann sich ein Abo bestellen. Zum Beispiel würden bei einem Abo alle 14 Tage 25 Smoothies geliefert. Logistisch ginge das und man müsste nicht mal den vollen Ladenpreis zahlen. Allerdings mehr als ein Wiederverkäufer. Dann ginge das sogar frachtfrei. Mir bescheinigt jeder das geht nicht. Aber warum nicht? Ein Versuch ist es wert.

vitalGenuss: “Das Weblog “Smoothiebrand“ ist ja sozusagen abgeschlossen. Was werden die Besucher des neuen Blogs “hellodrink” lesen können?

Jürgen Alker: “Der Blog wird natürlich weiter geführt. Ich möchte weiter Feedback von den Leuten. Ich möchte auch in Zukunft über den Fortschritt berichten. Ich werde über Probleme und hoffentlich Erfolge schrieben, Ideen zur Diskussion stellen. Natürlich geht es jetzt nicht mehr darum eine Marke zu entwickeln. Jetzt können die Leute ihren Input geben, um zu helfen die Marke Stück für Stück weiter aufzubauen. Vielleicht bekomme ich Tips, wo sich hello! verkaufen lässt. Vielleicht Anregungen für neue Rezepte. Ich freue mich auf den weiteren Dialog und mal sehen was sich daraus entwickelt.”

vitalGenuss: “Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit Deinen Drinks!”

Bildnachweis: 1. Collage von Farbweiss Media, 2. Screenshot von Smoothiebrand

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Kommentare

5 Kommentare zu “Neue Getränkemarke mit Internetnutzern entwickelt”
  1. Matthias sagt:

    “Den Preis für das Design erhält ein Designer, der nicht nur ein Logo schickte, sondern auch gleich Vorschläge für Verpackung und Webseite machte. ”

    wäre vielleicht zu erwähnen das der “designer” nicht am regulären contest teilgenommen hat, sondern hintenrum den etat bekommen hat!

    und in meinen augen hat mit eins der langweiligsten gewonnen.

  2. Wie schön! Bei uns trudelt ein Trackback ein. Darüber freuen wir uns ja immer. Zudem freuen wir uns auch, wenn wir ein Blog entdecken, dass wir bislang nicht kannten. Noch viel mehr hätten wir uns gefreut, wenn der Trackback auch mit einer Verlinkung versehen gewesen wäre, die wir hier nicht finden können, die aber doch eigentlich ein Zeichen von Höflichkeit gewesen wäre und in der Blogsphäre Usus ist.
    Wir unterstellen mal ein Versehen und wünschen weiterhin “vitales Bloggen”.

  3. Manuel sagt:

    @ Matthias: Nun, inwieweit der Gewinner über die Seite und die dortigen Entwürfe (das Logo ist ja recht nahe am ersten hello! Entwurf, welches dort gepostet wurde) auf den Wettbewerb aufmerksam wurde… weiss nur Jürgen selbst :-) Wie auch immer – ich würde den gesamten Prozess deswegen nicht als abgekartetes Spiel o.ä. bezeichnen. Denn es hieß ja von Anfang an: “ich nehme nur etwas das mich 100% überzeugt.”

    @ MarktingBlog: Ups, ich dachte, ich hätte oben die entsprechenden Blogs verlinkt? War nicht, ist natürlich nachgeholt! Danke für den Hinweis ;-)

  4. Anne Czarnecki sagt:

    Ich habe eben erst von diesem neuen wunderbaren Drink gehört und es hört sich super an und ich wünsche dir liebem Jürgen, alles Gute mit dieser Geschäftsidee. Ich bin sehr Stolz auf meinen Cousin.
    Alles liebe Anne

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  1. [...] Wie wir vor einiger Zeit berichteten, gibt es Bewegung auf dem Ganzfruchtmarkt, pardon im Smoothie-Brand-Land. Hello! – die in Zusammenarbeit mit Bloglesern entwickelte Getränkemarke von Jürgen Alker ist jetzt mit eigener Website an den Start gegangen. [...]



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