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Forestle (Ecosia) grüne Suchmaschine

29. August 2008 von Manuel  
Abgelegt unter Im Netz

Die Suchmaschine Google gibt sich gerne grün. Das tut sie, indem sie ihren eigenen Strom erzeugt und 10 Mio Doller in erneuerbare Energien investiert. Wenn andere auch grün sein wollen und dafür Google einspannen, dann kann das nach hinten losgehen. Ein prominentes Beispiel ist Ecocho, eine Suchmaschine die auf Google-Technologie basierend Werbeeinnahmen für die Wiederaufforstung verwenden wollte. Dies geschah über die Benutzung von Google-Adsense, einem Werbeprogramm was auf Bezahlung pro Klick setzt. Nach kurzer Zeit wurde die “Zusammenarbeit” jedoch beendet, da “ecocho [...] sich nicht an die Vertragsbedingungen des Google-Werbeprogramms AdSense [halten würde]“, so eine Pressemitteilung.

Ins gleiche Horn versuchte nun auch Forestle.de zu stoßen. Auf der Webseite heißt es: “Alle Einnahmen (abzüglich geringer Verwaltungskosten), die wir über Forestle generieren gehen an das “Adopt an Acre” Programm unserer Partnerorganisation The Nature Conservancy, welche diese Einnahmen verwendet um bedrohte Regenwaldgebiete nachhaltig zu bewahren.” Klingt erst einmal sehr gut. Finanziert werden sollte die grüne Spendensuchmaschine ebenfalls über Google-Adsense, über “Sponsored Links”. Explizit wies man auf der Seite darauf hin, dass man bitteschön nicht klicken sollte, wenn man die Anzeigen nicht gut finden würde.

Aufforderung zum Klicken - Fragezeichen

Allerdings – wenn niemand NICHT klickt, dann wird es auch nichts mit der Naturrettung… Und so wurde die Seite schnell erfolgreich und fleissig auf die Anzeigen geklickt, um den Wald zu retten. Das wurde Google jetzt zuviel, und sie zogen den Stecker – Forestle saß ohne Anzeigen da. Und so liest man heute auf Forestle.de:

“Unserer Meinung nach hat Google die Partnerschaft beendet, weil Forestle zu schnell zu erfolgreich wurde: Allein gestern haben wir mit 28.000 Suchabfragen mehr also 200 US-Dollar eingenommen und so über 4.000 m² Regenwald gerettet!”

Was aber wahrscheinlicher ist, die Aufkündigung des Google-Adsense-Kontos fußt sicher auf einem Verstoß gegen die Geschäftsbedingungen. Denn diese werden sehr streng ausgelegt, wenn man einen Blick in diverse Internet-Werbe-Foren wirft. Da werden schon einmal Konten geschlossen, weil die Betreiber die lustigen Anzeigen mit “Empfehlungen” titulierten, statt sie entweder ganz ohne Kommentar stehen zu lassen oder sie als “Werbung” zu bezeichnen. Leider ist im Gegensatz zu Ecocho bei Forestle kein weiterer Werbepartner vorhanden und somit war es das dann wohl. Besucher der Seite sollen, so die Empfehlung, auf eine alternative Webseite ausweichen, die auch ein bisschen was fürs Klima tun möchte. Denn sie ist Schwarz.

Akte geschlossen? Nein, ein paar Fragen sind weiter offen: Der Hinweis auf eine alternative Suchmaschine “Znout”, die wiederum auf Google basiert (bloß in Tiefschwarz mit dunkelblauen Überschriften), ist mysteriös. Erstens – Znout gehört ebenfalls dem Forestle-Erfinder Christian Kroll, somit ist die Empfehlung von Forestle keine unabhängige. Zweitens agiert auch Znout mit dem “Klicken Sie nicht!”-Hinweis. Drittens – das Einsparpotenzial von schwarzen Webseiten ist nicht auf modernen TFT-Bildschirmen vorhanden, sondern nur auf alten Röhrenmonitoren. Und viertens, zwar wird im Hilfetext von Znout davon gesprochen, dass mit “Solarstrom betriebene EcoServer, die 55% Energie einsparen” verwendet werden. Der Anbieter wird aber nicht genannt…

Update 2011:

Forestle, was nach dem Google-Problem auf Werbegelder von Yahoo setzte, gibt es nicht mehr – Seit dem 01.01.2011 wird der Betrieb vom Nachfolger Ecosia fortgesetzt: Dazu schreiben die Betreiber:

Ihre Suchen mit Forestle haben dazu beigetragen, dass wir insgesamt 95.000 Euro an das von The Nature Conservancy (TNC) betreute Regenwaldschutzprogramm Adopt an Acre in Costa Rica spenden konnten. Das entspricht einer nachhaltig geschützten Fläche von mehr als 10 Quadratkilometern! [...] Um unsere Kräfte zu bündeln und die Weiterentwicklung einer grünen Suchalternative optimal zu betreuen, haben wir uns entschieden, Forestle einzustellen und ab dem 1. 1. 2011 alle Forestle-Suchen zu Ecosia weiterzuleiten. Damit tragen Ihre Suchen weiterhin kostenlos zum Regenwaldschutz bei. Ecosia (im Dezember 2009 gegründet) greift auf die Suchtechnologie von Bing zurück und hat eine offizielle Partnerschaft mit dem Word Wide Fund for Nature (WWF), dessen Arbeit im Amazonas Ecosia seither unterstützt.

Schauen wir mal, wie sich die Sache weiterentwickelt :-)

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Kommentare

5 Kommentare zu “Forestle (Ecosia) grüne Suchmaschine”
  1. Horst sagt:

    Ich verstehe Google schon. Wenn die Klicks deutlich höher sind, als bei Google selbst, die Konvertierung aber nicht passt, müssen sie was tun. Alles andere wäre unfair gegenüber den Werbekunden.

    Der Hinweis dürfte letztlich egal sein. Was zählt sind die Statistiken.

  2. Forestle ist übrigens wieder zurück. Dieses mal mit Yahoo. Das Konzept der Ersatzseite Znout wurde sohin abgewandelt, dass es mit den Google-Richtlinien in Übereinstimmung ist.

    http://www.Forestle.de

  3. Heute schafft Forestle die 666 666 Quadratmeter
    and load hemp history down

  4. peter thomas sagt:

    weites land

    in weiser feder
    geschmückt am körper
    trägt er seinen WAMPUN

    seine lippen bekunden
    was indianer-seelen
    fühlen, du weißer mann
    hast verträge gebrochen .

    gehetzt von gier
    und macht dein
    herz verdunkelt
    in pulver und rauch

    auch heute noch für
    begangenes unrecht
    am blute der erde
    schlägt mein herz
    am WOUNDED KNEE

    c tom 2009

  5. Hsot sagt:

    Die deutsche Suchmaschine benefind.de sucht auf deutsch Mithilfe von Bing. Die Gewinne gehen an eine Hilfsorganisation nach Wahl.

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