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LOHAS-Plattform Utopia ist gestartet

7. November 2007 von Manuel  
Abgelegt unter Im Netz

Utopia ist gestartetNach dem etwas überhasteten Start vom grünen Portal Ivyworld.de ist nun also auch ein zweites LOHAS-Projekt online: Utopia.de. Und während bei Ivy ausser der netten CO2-Idee und einem Blog noch nicht viel zu schauen ist, kann man bei Utopia schon einiges mehr entdecken. Eine aufwendig produzierte Website, mit bekannten Gesichtern wie dem Schauspieler Axel Milberg, der dem User etwas über fairen Konsum erzählt. Aber nicht nur das kann der Nutzer entdecken, Utopia will gleich alles auf einmal sein: Community, Magazin und Shopping Guide. Die Plattform sieht sich selbst als Anlaufpunkt für strategischen Konsum:

“Ein Ziel von Utopia ist es, dazu beitragen, dass Millionen von Verbrauchern ihr Konsumverhalten ändern. Dass sie bewusster entscheiden und so mit jedem Kauf umweltfreundliche Unternehmen und faire Arbeitsbedingungen in aller Welt unterstützen.”

Wer steckt aber hinter diesem ambitionierten Projekt? Bei Ivyworld hat Burda, resp. die Verlagsgruppe Milchstrasse ihre Finger im Spiel und wahrscheinlich auch Kapital eingebracht. Im Impressum von Utopia.de ist die Utopia AG als Verantwortliche genannt, Geschäftsführerin ist Claudia Langer. Wenn man einen Blick ins Markenregister wirft, so stellt man fest, das UTOPIA als Wortmarke für jede Menge Klassen (04; 30; 35; 39; 40; 41; 42; 45) reserviert wurde. Können wir uns neben dem LOHAS-Portal als bald auch auf Utopia-Kaffee, Utopia-Strom, Utopia-Ausstellungen sowie Utopia-Emissionshandel einstellen? Wir sind gespannt…

Positiv: Einfacher Anmeldevorgang
Die Benutzung des LOHAS-Portals ist kostenfrei, die Anmeldung geht zügig über die Bühne. Wenn man dann erst einmal “drin” ist, kann man selbst entscheiden, wie viel man von sich preisgeben will. Damit man viele Daten von sich preisgibt, lockt Utopia mit dem Pflanzen eines Baumes, wenn man mehr als 50% des Profils ausfüllt. Diese 50% zu erreichen, ohne wirklich wichtige Daten (Namen, Adresse) bekannt zu geben, ist schwer. Die Liste der möglichen Dinge, die man über sich preisgeben kann, ist allerdings sehr breitgefächert. Interessant ist die Einteilung in Anfänger / Fortgeschrittener und Experte in speziellen Themengebieten. Überflüssig sind in meinen Augen Dinge wie “Meine Meinung” mit den typischen Eintragsprüchen “Ich bin Utopist weil…”, “Ich brauche täglich….”. Für die Marktforschungsabteilung sehr interessant ist dann sicher der Eintrag “Produkte” – allerdings habe ich noch nicht rausgefunden, wo man dort etwas einträgt. Ein Mini-Blog hat jeder Nutzer auch noch. Insgesamt ist die Steuerung noch etwas hakelig, und an einigen Stellen unlogisch (warum muss ich jedes Mal den Bearbeitungsmodus an- und wieder ausschalten?).

Negativ: Rechteübertragung in AGB
Wer sich aktiv in der Community beteiligt und auf Utopia.de Texte, Bilder etc. hochlädt, sollte sich vor auf jeden Fall die AGB ansehen. Auch wenn es “überall und Usus” sein mag, der Punkt 7 und 8 bezüglich der Nutzungsrechte, die sich die Utopia AG von den Benutzern übertragen lässt. Die Passi sind sehr schwammig formuliert und somit wird nicht ganz klar, was mit den Daten alles geschehen kann. Eine Übertragung der Rechte an Dritte (!) behalten sich die Betreiber der Site aber explizit vor. Wer keine Lust hat, als kostenloser Content-Bauer zu agieren (eine Vergütung gibts nämlich nicht), der sollte sich vielleicht nicht all zu sehr in die Utopie hineinknien. Sehr löblich hingegen ist der Nutzerkodex (Netiquette) und im besonderen der Passus “Kritik am Unternehmen”. Leider wird hier nicht deutlich, ob und wie dem Nutzer geholfen wird, wenn ein Unternehmen gegen ihn oder sie vorgehen will. Immerhin steht nicht gleich explizit drin, dass man die Utopisten in solchen Fällen komplett im Regen stehen lässt ;-)

Ob und wer nun von den beiden LOHAS-Portalen das Rennen um die Gunst des scheuen Internet-Publikums machen wird, bleibt abzuwarten – zumal Ivyworld ja noch nicht richtig gestartet ist. Bislang sieht alles danach aus, dass Utopia.de das interessantere Angebot ist. In einem Punkt hat Ivyworld.de aber in meinen Augen gewonnen. Der Titelsong “La” von Old Man River ist ein echter Ohrwurm – da kann die nette Ansage von Herrn Milberg nicht gegen ankommen!

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Kommentare

5 Kommentare zu “LOHAS-Plattform Utopia ist gestartet”
  1. Markus Merz sagt:

    Moin, ich bin hier gerade per Blogfever gelandet, also Erstbesucher. Eine spontane Kritik:

    Der Einstieg in den Artikel ist relativ schwer, weil sofort Fragen auftauchen und ungeklärt bleiben (z.B. Was ist LOHAS?)

    Das Lesen selber fällt mir schwer, weil ich eine Strukturierung durch Zwischenüberschriften und Auszeichnungen vermisse. (S.a Create a structure for your blog posts) Auch ein paar Listen (Gut/Schlecht) vermisse ich.

    Nicht böse gemeint!

  2. Manuel sagt:

    Hallo Markus, danke für Deinen Kommentar.

    Gut, für “nicht-Eingeweihte” mag gerade dieser Artikel etwas schwer sein. Mehr zum Thema LOHAS findest Du hier.

    Ich werde das auch noch verlinken, oben im Artikel.
    Hmm, Dir fällt es schon schwer, einen mittellangen Artikel mit Absätzen zu lesen? Sorry, aber dabei kann ich nicht helfen ;-)

    Listen sind m.E. da gut, wo die Artikel kurz sind, z.B. hier: 5 Gründe für Biokäse
    Meine Meinung zu “kurz und knackig” findest Du bei Yannick, falls es Dich interessiert.
    Ich freue mich aber, dass sich mal ein Leser über Blogfever hierher verirrt – den “grüne” Blogs machen da leider viel zu wenig mit.
    Beste Grüße,
    Manuel

  3. Manolo sagt:

    Hallo Manuel,
    eine kleine Neuigkeit bezüglich der Bäume und der 50%ig aufgefüllten Setcard. Um des höheren Nutzens der Aktion haben wir jetzt diese “Hürde” weggenommen. Klartext: Jeder, der sich auf Utopia.de als utopist anmeldet, bekommt einen Baum gepflanzt! Danke für den guten Hinweis.
    Und: an dieser Stelle habe ich folgendes zu unseren AGB’s gepostet: “Utopia.de nutzt alle Userinhalte nur zur Eigenkommunikation. Wir werden Userinhalte niemals zu kommerziellen Zwecken nutzen. Um den AGB’s die Schwammigkeit zu nehmen, werden wir diese Stelle angleichen.” Bei Fragen dazu mailt mir einfach unter mch @ utopia.de
    Beste Grüße
    Manolo

  4. Wir erleben den Ausbruch der Ökoprodukte aus der Nische. Da wundert es nicht, dass pfiffige Geschäftsleute mit dabei sind. Das ist an sich nicht verkehrt, so lange die Spielregeln transparent sind, damit die Ergebnisse nicht kontraproduktiv werden. Im Verhältnis zur Breitenwirkung der neuen Portale sind diese zu wenig Thema einer öffentlichen Debatte. Einen ganz anderen und neuen Ansatz verfolgt das nonprofit-Portal EcoShopper: es listet 80.000 öko-faire Produkte und bringt Transparenz in die Märkte. Damit ist es sowohl grüner Einkaufsführer als auch Suchmaschine. Und stellt sich gerne jeder noch so kritischen Debatte! Meinungsäußerungen und Kritik sind willkommen.

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  1. [...] wirklich guter – aber auch kritischer Bericht – von Manuel von vital-genuss.de Ob und wer nun von den beiden LOHAS-Portalen das Rennen um die Gunst des scheuen Internet-Publikums [...]



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