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Werden Blogs die neuen Kleinanzeiger?

13. Juni 2007 von Manuel  
Abgelegt unter Im Netz

Weblogs sind erwachsener geworden, was sich an den Diskussionen um die Monetarisierung (sprich: wie verdiene ich Geld damit) von Blogs zeigt. Für Zündstoff sorgen Anbieter wie Trigami.com, die bezahlte Beiträge vermitteln, aber ebenso der übermäßige Einsatz von Bannerwerbung oder auch direkte Marketing-Aktionen von VW, Opel oder Sony. Während man bei diesen Werbeformen noch klar von “klassischer Reklame” sprechen kann – redaktionelle Texte werden von Anzeigen begleitet, gibt es auch ganz neue Formen der Werbung. Obwohl man in diesem Falle eher von der Rückkehr ureigenster Printformate, dem Anzeigenblatt, sprechen kann.

Die Idee: ein Weblog kommt ganz ohne redaktionelle Beiträge aus, sondern generiert seinen Content aus Artikeln, die von Werbetreibenden verfasst werden. Der Vorteil für das Inseratsblog: Es verkauft lediglich den Anzeigenplatz, die Inhalte liefert der Werbekunde. Dieser profitiert von der guten Suchmaschinenposition des Blogs und erhält Backlinks zu seinem Angebot. Natürlich ist so ein Blog dann eher als Online PR-Magazin denn als Webjournal anzusehen, will man sich nicht dem Vorwurf der Schleichwerbung aussetzen. Zwei Beispiele möchte ich hier kurz vorstellen.

artikel-165Minzblatt.de Das Minzblatt sieht sich als ein Online-Magazin für ökologische Produkte und Dienstleistungen. Auf dem Blog erfährt der Leser jede Menge über Neuigkeiten aus dem Biosektor. Das Inserateblog ist unterteilt in drei Themenbereiche: Auto und mobil, Essen und Trinken sowie Haus und Garten. So weit wie der Fokus angelegt ist, so unterschiedlich sind auch die angebotenen Beiträge der inserierenden Unternehmen. So steht ein Bericht über ein Reinigungsmittel mit kanadischem Öko-Siegel neben Werbung für Dimmer von Energiesparlampen und neben der Pressemitteilung eines Genuss-Versands, die ihren Fairtrade-Kaffee promoten. Das Minzblatt erscheint seit Februar 2007, mit etwa 2-3 Artikeln pro Monat. Das “Buchen” der Inserate funktioniert unkompliziert über ein Formular. Zur Zeit sind die Kleinanzeigen noch kostenlos (Paket 1 – Ein Artikel mit max. 1 Bild und 2 Textlinks), bzw. werden mit “Backlinks” bezahlt (Paket 2 – zwei bis vier Artikel über Produkte und Dienstleistungen mit max. 2 Bildern und 2 TextLinks pro Artikel).

artikel-165-2Inserato.com Grafisch etwas schlichter aber dafür thematisch umfassender ist Inserato. Der Herausgeber Marcel Jeker verspricht: “die etwas andere Anzeigen-Form.” Auch bei Inserato können Werbetreibende Kleinanzeigen buchen. Dieses Inserateblog hat sehr viele Kategorien – es beginnt bei alternative Heilung über Finanzen bis hin zu Webmaster. Auch Inserato ist noch ein sehr junges Projekt – Anzeigen werden seit März 2007 verkauft. Dies scheint, wahrscheinlich auch der Themenvielfalt geschuldet, schon recht gut zu funktionieren. Bislang wurden 13 Anzeigen verkauft. Auch dieses Blog bietet verschiedene Pakete an. Ein Inserat mit einem Foto und zwei Links kostet 10 Euro – bucht man 4 Inserate bezahlt man 30 Euro. Das Einstellen der Artikel ist auch hier recht einfach. Nach erfolgreicher Bezahlung erhält man einen Account auf der Seite und kann seinen Artikel selbst schreiben und gestalten.

Fazit: Inserate-Blogs sind eine sehr junge Werbeform, die bei manchen Bloggern sicher für Stirnrunzeln sorgt. Allerdings haben sie einen Vorteil gegenüber gekaufter Werbung auf redaktionellen Seiten: sie sind erschwinglich und der Leser erkennt gleich den werblichen Charakter. Dadurch, dass die Seitenbetreiber ihre ganze Energie in die Optimierung und gute Positionierung der Kleinanzeigenblogs stecken können, ist für Werbetreibende eine akzeptable und bezahlbare Positionierung ihrer Inhalte drin. Klar, so eine Kleinanzeige ist nicht für größere Unternehmen sinnvoll – diese fahren mit Bannerwerbung in bekannten Webjournalen sicher besser. Aber für kleine Unternehmen und Kleinstunternehmer kann diese Art der Werbung sicher sinnvoll sein. Ich bin gespannt, ob es demnächst noch weitere Inserat-Blogs geben wird. Nischenthemen gibt es ja genügend ;-)

Bildnachweis Screenshots: 1. Minzblatt.de ; 2. Inserato.com

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Kommentare

4 Kommentare zu “Werden Blogs die neuen Kleinanzeiger?”
  1. micha sagt:

    Hmm, letztendlich sind diese Blogs ja nichts anderes als Seiten für Pressemitteilungen. Ob das jemand liest, ist wirklich die Frage.

    Ich denke, wichtiger ist es für Unternehmen, einfach mit den Kunden zu reden, so wie Jörg (Holzmüller) das gesterm im Radio-G Podcast gesagt hat. Alles andere ist meiner Meinung nach viel zu unpersönlich, als dass sich der Interessent oder Kunde mit dem Produkt identifizieren kann. Und es dann dementsprechend weiterempfielt.

  2. Manuel sagt:

    Micha, ich gebe Dir recht – gelesen wird das wohl nicht so häufig. Aber auf der anderen Seite ist z.B. Inserato erstaunlich gut gerankt (guck mal bei www.bloggerei.de auf die Zugriffszahlen). Der eine oder andere Besucher lässt sich dadurch wohl gewinnen.
    Ich werde das bei Inserato übrigens mal testen – dann sehe ich ja, wie viele Besucher so etwas “bringt”.
    Der andere wichtige Punkt ist die Suchmaschinen-Position. Die Seiten geben relativ günstig “Google-Juice” ab. Und das hilft den Werbetreibenden, besser gefunden zu werden.

    Aber natürlich muss dann auf der “Zielseite” alles stimmen – sprich: persönliche Ansprache, Blog, Feedback, etc. Ohne das bringt sowas natürlich wenig ;-)

  3. micha sagt:

    Schade finde ich nur, dass es auf diesen Insterateseiten immer wieder Einträge gibt: “Bei uns können Sie…” und “Wir sind die besten und es unterlaufen uns keine Fehler…” und das typische PR-Gelaber eben. Ich glaube nicht, dass Werbung dadurch sympathischer rüber kommt, weil es sich bei der Plattform um ein Blog handelt.

    Dann finde ich einen Werbeeintrag auf dem eigenen Blog schon besser, weil der Eintrag dann meistens auch den Blogger persönlich gefärbt ist. Oder eben Geschäftsblogs wie Frosta oder den Walthers, wo auch mal geschrieben wird, was den Machern abseits des täglischen Geschäfts durch den Kopf geht. Das macht sie für mich sympathisch und ich bin auch eher bereit mich mit den Produkten auseinander zusetzen.

    Die Frage ist für mich, ob bei dem derzeitigen Überangebot von Werbung solch eine Inserateseite überhaupt jemand wahrnimmt. Ich hatte mal vor einiger Zeit die openpr-Seite abonniert. Das hat mich schon nach kurzer Zeit gelangweilt.

    Aber du kannst ja dann mal von deinen Erfahrungen berichten. Interessiert mich schon, ob ich falsch liege oder nicht.

  4. marcel sagt:

    Ich möchte hier zu diesem thema und der kritik von micha stellung nehmen. Ich möchte mit der seite inserato die leute ansprechen die mit dem ganzen SEO gelabber nichts anfangen können, sprich ich möchte sie, ich meine hier web newcomer, ein plattform bieten in der sie erstens werbung für ihre seite oder produkt machen können, und zweitens die möglichkeit haben einen starken guten content bezogenen backlink zu kriegen. wir sind weiss gott nicht die besten, wir wollen nur die user dazu bringen nicht unendlich viele nutzlose backlinks via linkfarmen, linklisten oder dgl. zu holen.
    Der Werbeeffekt ist ein nebenprodukt der seite inserato, wieviel er bringt wird sich mit der zeit zeigen, wenn die linkpopularität gestiegen ist. wir sind jung – das alter wirds zeigen.
    wieso in einem blog – ein blog wird optimal gestreut !
    gruss marcel

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