Blog Action Day : Armut
Heute, am 15. Oktober ist der zweite “Blog Action Day”. Rund um die Welt werden Blogger zum Tagesmotto Artikel schreiben. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit auf wichtige Themen zu lenken, die sonst nur allzu schnell in Vergessenheit geraten. Dieses Jahr ist das Thema: Armut – Powerty. Die neusten Beiträge aller Teilnehmer kann man sich auf der Homepage blogactionday.org ansehen.
Armut
Jeder Mensch erlebt Armut anders – für viele Menschen in sog. “Dritte-Welt-Ländern” ist die Armut alltäglich zu spüren – Hunger und Durst sind ständiger Begleiter. Auch in der “Ersten-Welt” gibt es Armut – häufig ist sie verdeckt, riesige Slums wie in großen Städten in Afrika, Südamerika und Asien, gibt es glücklicherweise in Europa und Nordamerika (noch) nicht. Dafür macht sich die Armut in reichen Ländern durch verschiedene Sachen bemerkbar: Schlechtes, aber billiges Essen, schlechte Bildung, billige Kleidung. Perverser Weise sorgt die Armut der ersten Welt (bzw. die “Geiz-ist-Geil-Haltung”) dafür, dass in der Dritten Welt die Armut zementiert wird. Denn damit die billigen Produkte hier so schön billig sein können, müssen in den Herstellerländern die Produktionsbedingungen mieserabel sein (Umweltverschmutzung, schlechte Bezahlung, schlechte Behandlung der Arbeiter). Dadurch aber, dass viele Menschen sich die billigen Waren aus “Fernost” kaufen, steigt auch die Armut in der ersten Welt – denn dank der Globalisierung bedeutet das, dass die einheimische Produktion nicht mehr mit der billigen Konkurrenz (Nahrung, Kleidung, Konsumgüter) mithalten kann – Folge: Schließungen, Entlassungen – Sinken des Lebensstandards. Dadurch werden noch mehr Menschen arm, denn durch die Verlagerung der Produktion fehlen die Arbeitsplätze… und so weiter. Ein Teufelskreislauf – dem zu entkommen, ist nicht leicht.
LOHAS
Viel Hoffnung wurde auf die Gruppe gesetzt, die den LOHAS (Nachhaltigen Lebensstil) lebt, und diesen Teufelkreislauf durchbrechen wollte. Allerdings zeigt sich angesichts der derzeitigen Lage in der Weltwirtschaft und der daraus folgenden Rezession ein Grundproblem des LOHAS. Er scheint nur zu funktionieren, wenn die Verfechter genügend Geld dafür haben. Denn nur, wenn eine kritische Masse an Konsumenten sich aus der Billig-Spirale heraus”kauft”, dann können alle profitieren: Umwelt, Arbeiter, Konsumenten. Was passiert aber, wenn das Geld wieder nicht so locker sitzt? Bleiben die guten, grünen Vorsätze dann wieder im Portemonnaie stecken?? Wir werden es sehen. Hoffentlich liege ich falsch – und der LOHAS-Trend ist durch die Finanzkrise und bald eintreffende Wirtschaftskrise nicht allzu beeinträchtigt. Es würde uns nämlich wieder weit nach hinten werfen – und zurück in den Armuts-Kreislauf führen…

Ich verstehe solche Aktionen nicht. Schon mal was von negativer Beeinflussung gehört. Je mehr man über Armut schreibt, desto größer wird die Chance selber arm zu werden/bleiben.
Warum schreiben wir nicht mal über Reichtum und wie man ihn erreichen kann?
Muss ich wohl selber starten sowas…
Gerhard
Hallo Gerhard,
gute Idee – starte mal, ich bin dabei
@Gerhard
Man muss sich manchmal negative Dinge in den Sinn rufen um zu wissen was man eigentlich hat und zu wissen wie gut es uns eigentlich geht. Nur weil man über negative Dinge spricht muss man nicht gleich etwas negatives anziehen. Für seine Handlungen ist jeder selbst verantwortlich. Armut kann, muss aber nicht auf eigenes verschulden zurückzuführen sein. Darüber zu schreiben bewegt manche vielleicht etwas zu tun.