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19. October 2017 | Nachrichten Feed

Geld sparen mit der Steckdose

8. Oktober 2007 von Manuel  
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Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag. (Mehr Informationen)
Irgendetwas ist schief gelaufen, damals (1998) bei der Liberalisierung des Strommarktes. Sollte Strom doch danach viel billiger werden. Aber so war es nicht – zwar gibt es heute viele Anbieter auf dem Markt, aber die “Großen” bestimmen die Preise. Wer darum zu einem günstigen Anbieter wechseln will, muss sich erst einmal durch den Tarif-Wust wühlen und viele Angebote studieren. Das dauert und kostet Nerven. Schön, wenn es Programme gibt, die einem diese Arbeit abnehmen! vital-Genuss.de hat einen Online-Rechner auf das Stromsparpotenzial getestet…

Das Logo der SteckdoseEs geht um den Online-Vergleich Steckdose.de. Neben dem sehr leicht zu merkenden Namen fährt die Webseite mit einigem Inhalt auf. Zusätzlich zum eigentlich Stromanbieter-Vergleich (der übrigens keine Eigenentwicklung ist, sondern von Toptarif.de geliefert wird) gibt es Informationen über den Strommarkt, die Geschichte des Stroms und auch über erneuerbare Energien. Ausserdem hat Steckdose es ein eigenes Stromspar-Blog, welches News aus der Stromwelt und Energiespartipps bereithält. Während die Strom-News sinnvoll und spannend sind, halten die Tipps leider nicht ihr Versprechen. Größtenteils handelt es sich bei den Einträgen um altbekanntes Wissen (Fenster isolieren), ausserdem gibt es noch nicht sehr viele Artikel in dieser Kategorie.

Kommen wir also nun zum “Herz der Website“, dem Tarif-Rechner. Wer zu einem anderen Anbieter wechseln möchte, sollte zuerst seine alten Rechnungen hervorsuchen und nachschauen, was für einen Jahresverbrauch er oder sie hat. Diese Zahl sowie seine Postleitzahl (für die Lokalisierung) gibt man im Tarif-Fensterchen ein. Da wir, als noch in Leipzig ansässig gewesen, so einen Stromanbieterwechsel schon mal durchgemacht haben, ist die Bedienung des Rechners und auch der Verbrauch bekannt. Ich gebe also die alte Postleitzahl und den Verbrauch von 2500 KWh ein. Das Ergebnisfenster öffnet sich und ich finde den Standard-Tarif der Stadtwerke an unterster Stelle, mit einer Ersparnis von Null Euro. Wenn ich jetzt mir den Tarif etwas genauer ansehe, der dort angezeigt wird, dann stimmt er aber vorne und hinten nicht. So ist der Grundpreis angeblich 18,66 Euro, was aber eher die Netto-Kilowattstunde (in Cent) ist! Die eigentliche Kilowattstunde wird mit 23,44 Cent angegeben, aber laut Datenblatt der Stadtwerke sind es 21,91 Cent/kWh. Dies sind wohlgemerkt die neuen Preise ab 1. Oktober. Verwirrend, nicht?

Rechner von Steckdose.deWenn ich jetzt die Liste hochscrolle, stelle ich fest, dass unser damals gewählter Anbieter, die Stadtwerke Schneeberg (Silberstrom) leider nicht dabei sind. Seltsam, sind deren Preise auch heute noch etwas günstiger (20,15 Cent/kWh) als die Stadtwerke (21,91 Cent/kWh). Auf den ersten Plätzen befinden sich Anbieter mit sogenannten “Strompaketen”. Das heisst, der Verbraucher kauft sich ein Kilowatt-Paket und zahlt im Voraus. Wenn er mehr verbraucht, zahlt er drauf. Wenn er weniger verbraucht, verfällt das Restguthaben. So ein Vertrag lohnt sich in meinen Augen nur, wenn man ganz genau weiss, wie viel mal verbraucht und wenn man dann auch ein Paket findet, was genau für diesen Verbrauch passt. Ebenfalls abzuraten ist von Angeboten mit “Preisgarantien” von bis zu 36 Monaten. Auch wenn das schön klingt, ist es sehr unrealistisch, da der Markt doch ständig in Bewegung ist! Aufpassen sollte man beim Vergleich auch darauf, welche Zahlungsmodalitäten beim Angebot gewählt werden. Nicht jeder möchte gleich für das ganze Jahr im Voraus zahlen.

Man kann praktischerweise bei Steckdose.de auch die Option “monatliche Zahlung” aktivieren. Damit fallen die Pakete und Angebote mit langer Bindung / Preisgarantie schon mal heraus. Interessanterweise fehlt dann aber auch der Standard-Tarif der Leipziger Stadtwerke. Dort wird mir jetzt nur noch der “Bestpreis Strom” in Stufe 2 angezeigt. Dieses Angebot haben wir damals nicht genommen, weil es erstens eine monatliche Lastschrift notwendig macht, und zweitens eine Bindung für 24 Monate erfordert. Davon ist aber beim Vergleich nichts zu sehen. Auch stimmen die Zahlen des Tarifrechners wieder nicht mit den offiziellen der Stadtwerke überein. Angeblich kostet die KWh 18,76 Cent. – zwei Angebote tiefer wird aber der richtige Preis von 19,64 Cent/kWh brutto (Datenblatt SWL) auch angezeigt. Es ist wohl die Aktualisierung für Oktober, aber leider wurde der alte Preis nicht aus der Datenbank genommen :-) Auf dem zweiten Platz landet das richtig berechnete Angebot der Stadtwerke Ludwigsburg mit 17,44 Cent/kWh. In meiner Beispielrechnung sind Einsparungen von ca. 25 Euro pro Jahr zu machen, wenn man es mit dem besten Angebot der Stadtwerke vergleicht. Nimmt man den eigentlichen Standard-Tarif der SWL, dann sind es sogar rund 100 Euro. Allerdings wollen auch die Stadtwerke Ludwigsburg eine Laufzeit bis Ende 2007 und dann jährliche Verlängerung des Vertrags. Übrigens kann auch explizit noch Ökostrom-Anbietern gesucht werden. Auch ohne extra-Häkchen erscheinen die Angebote mit in der Liste, sind aber naturgemäß etwas teurer. Aber auch mit grünem Strom (Angebot von Lichtblick.de: 18,98 Cent/kWh) könnte ich gegenüber dem Ursprungstarif noch ein wenig sparen!

Fazit: Wenn man um die Fallstricke eines Anbieterwechsels (Jahresbindung, Paketpreise, Brutto-Netto, unterschiedliche “Grundgebühren”) weiss, lohnt sich die Suche nach einem anderen Lieferanten häufig. Einsparungen sind selbst bei konservativer Herangehensweise drin. Allerdings ist für “unbeleckte”, die ja die eigentliche Zielgruppe für Preisvergleiche vom Schlage Steckdose.de sind, eindeutig zuwenig an Informationen um die versteckten Preise in den verschiedenen Vertragsarten auf der Website vorhanden. Hier wäre mehr Transparenz schön. Auch könnte bei der verwendeten Datenbank deutlicher gemacht werden, dass es sich um Brutto-Auspreisungen handelt. Steckdose.de verdient ihr Geld mit Provisionszahlungen, d.h. wenn der Nutzer des Vergleichrechners den Anbieter wechselt, erhält die Firma wirkungsvoll GmbH eine Prämie. Da aber nicht alle Anbieter eine solche Zahlung mit der Steckdose.de vereinbart haben, muss man sich teilweise die gewünschten Anbieter händisch heraussuchen. Das ist schade, wird aber mit 2-3 Handgriffen und etwas “copy und paste” schnell überwunden. Schneller ging es natürlich, wenn alle Angebote verlinkt wären.

Was könnte also bei diesem Service-Angebot noch verbessert werden? Zum einen – bessere und übersichtlichere Daten. Da aber auf einen Drittanbieter zugegriffen wird, könnte dies schwierig werden. Direkten Einfluss hingegen hat man auf das eigene Angebot. Hier empfehle ich noch mehr “Kundennähe” (wie oben beschrieben) und die bessere Ausgestaltung des interessanten Stromsparblogs. Neben wichtigen News sollte der Bereich Stromspartipps deutlich erweitert werden. Keine Änderung dagegen empfehle ich beim Namen: Steckdose lässt sich leicht merken und ist schnell im Browser eingetippt!

Bildnachweis: 1 + 2: Screenshots von Steckdose.de

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Kommentare

3 Kommentare zu “Geld sparen mit der Steckdose”
  1. Patrick sagt:

    Hi,

    danke für das Feedback. Wir haben steckdose.de einem Relaunch unterzogen, da das Design nicht Jedermanns Sache war. Des Weiteren haben wir den redaktionellen Bereich noch ausgebaut. Neben einem Lexikon zum Thema Strom wird es auch bald ein Anbieterverzeichnis mit Bewertungsfunktion für user geben. Wer also Lust und Zeit hat, kann sich die neue Seite ja einmal ansehen. Über ein Feedback freuen wir uns immer.
    Patrick

  2. Grundsätzlich hat die Liberalisierung des Strommarktes schon etwas gebracht. Stromanbieter gibt es inzwischen ja reichlich. Leider hat sich das bisher nur bedingt auf den Strompreis ausgewirkt. So lange die Stromkonzerne nicht befürchten müssen, dass Ihnen die Kunden in Scharen davonlaufen, wird sich das wohl auch nicht ändern.

  3. Christian sagt:

    Also zum einen muss ich sagen, dass sich meist auch ein Umzug lohnen würde Stromkosten zu sparen, denn irgendwie ist der Strompreis auch Ortsabhängig. Bei uns bekomme ich leider keinen vernünftigen Anbieter unter 20 Cent/kWh ohne Vorrauszahlungen zu tätigen.
    Also bleibt mir nur das Strom sparen, damit ich nicht so viel Stromkosten habe.

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