Gold oder Umwelt
Im Zuge der Finanzkrise stieg der Goldpreis zeitweise extrem an, denn in Krisenzeiten ist das Edelmetall immer wieder gefragt. Klar ist, auch in Zukunft bleibt Gold im Trend. Der Rohstoff ist begrenzt, der Abbau muss sich lohnen. Das tut er natürlich auch bei eher goldarmen Abbaugebieten, wenn der Goldpreis weiterhin hoch ist. Das Problem: Der Rohstoffhunger der letzten Jahre hat von der Natur einen hohen Preis gefordert – und fordert ihn teilweise immer noch. Um Gold herzustellen beispielsweise werden intakte Landschaften vernichtet und die Umwelt wird durch giftiges Zyanid bedroht.
Stoppt die Krise den Landfraß? fragt Axel Weiß vom Umweltblog. Er führt das Beispiel des geplanten Gold-Abbaus in der Türkei an. An der Ägäis-Küste in der Nähe von Troja soll geschürft werden, obwohl “Der Goldgehalt minimal in den Ida-Bergen [ist],[er] beträgt vielerorts nur vier Parts per Million, also vier Gramm pro Tonne“. Bislang konnte die Förderung noch nicht beginnen, wegen vieler Proteste. Der Umweltblogger hofft nun, dass dies aufgrund der Wirtschaftskrise auch so bleibt, weil der Rohstoff-Hunger zurückgeht. Interessanter Ansatz, der meines Erachtens aber dem Denkfehler unterliegt, dass gerade in Krisenzeiten die Edelmetalle weiter an Wert gewinnen (wie oben bereits erwähnt), und so trotz oder gerade wegen einer Rezession der Abbau von Gold vorangetrieben werden könnte. Was aber nach dem Artikel “hängen” blieb, war die Behauptung, dass es keine Umweltauflagen beim Import von Rohstoffen wie Gold gibt. “Blutdiamanten sind analysierbar, Blut-Gold nicht“, schreibt Axel Weiß und er hat Recht. Auch in der öffentlichen Wahrnehmung redet man eher über Diamanten und die Probleme beim Abbau (auch was die Ausbeutung der Schürfer vor Ort angeht). Wird es also in Zukunft vielleicht auch “Fair-Trade”-Gold geben? Denn Gold wird ja nicht nur für Barren zur Sicherung von Währungen oder Notreserven eingesetzt, sondern vor allem auch in Schmuck, wie z.B. Eheringen. Angeblich soll es ja bald das “Ethical Gold” geben. Schöne Sache, aber ist dieses dann nicht nur “fair” sondern auch umweltfreundlich?

In diesen Zeiten der Finanzkrise ist Gold als vermeintlich krisensichere Geldanlage wieder in aller Munde. Bei einer durchaus wahrscheinlichen Deflation ist man mit Gold aber eher schlecht beraten. Hier gewinnt Geld an Wert, da es gerade bei lebenswichtigen Einkäufen wohl eher akzeptiert wird als Gold.
Als wohl krisensicherere Geldanlage kann man bei dieser Gelegnheit auch einmal Beteiligungen an Unternehmen nennen, die Produkte herstellen, die auch in schlechten Zeiten benötigt werden. Als Beispiel möchte ich hier Produkte zur Energiebereitstellung (Strom, Wärme, Treibstoffe) erwähnen – natürlich unter der Maßgabe, dass es sich hierbei um “saubere” Alternativen handelt.
Ich bin mir sicher das noch Tage kommen werden da wird Geld nichts mehr wert sein. Den abbeissen kann davon auch in 100 Jahren nicht.