Handy-Nutzer sind Recycling-Verweigerer
Nokia hat einen neuen Sündenbock ausgemacht. Den Handy-Horter. Recycling lebt vom Mitmachen, das wissen umweltbewußte Konsumenten schon lange. Darum trennen wir schön den Müll, werfen Batterien nicht in die Restmülltonne oder den Kerrichtsack und bringen brav Flaschen, Dosen, Papier zum Container und Altelektrogeräte zurück zum Warenhaus, bzw. verklappen es bei eBay (“Dachbodenfund! Keine Ahnung, obs funktioniert!“). Aber, so das Egebnis einer neuen Studie von Nokia: Nur drei Prozent der Befragten Handybesitzer gaben an, ihre gebrauchten Handys dem Recycling zuzuführen. In einer breit angelegten Umfrage ließ Nokia 6500 Menschen in 13 Staaten befragen, was sie mit ihren alten, nicht mehr benutzten Mobiltelefonen machen. Die Antworten waren:
- Zu Hause aufbewahren als “Nothandy” (44%)
- An Freunde oder Familie verschenken (25%)
- Weiterverkaufen (16%)
- Wegwerfen (4%)
- Ins Recyling geben (3%)
Die Handy-Fabrikantin Nokia beschwert sich nun also, dass zu wenig Handys ins (Konzern-eigene)Recyclingprogramm kommen. In der Pressemitteilung von Nokia heisst es: “If each of the three billion people globally owning mobiles brought back just one unused device we could save 240,000 tonnes of raw materials and reduce greenhouse gases to the same effect as taking 4 million cars off the road.”
Auch in unserem kleinen Haushalt gibt es mittlerweile einige “Altgeräte”, die in der Schublade liegen. Zwei Handies wurden bereits entsorgt (damals noch im Handy-Laden für eine Charity-Aktion), zwei Handies liegen bereit für den Fall, dass die Hauptgeräte defekt sein sollen. Denn ganz ehrlich – warum soll ich ein noch funktionierendes Handy zu Nokia oder einem anderen Unternehmen schicken? Bei defekten Geräten sieht das anders aus – aber die Annahme derartiger Geräte ist sowieso verpflichtend für die Hersteller (Rücknahmegesetz). Ich verstehe den Hintergrund der Pressemeldung nicht ganz – gehen Nokia die Rohstoffe aus oder wollen Sie einfach noch ein wenig mehr Geräte in kürzeren Abständen verkaufen? Wahrscheinlich zweiteres. Denn wenn Altgeräte statt in den Recyclinghof in den “Gebrauchtmarkt” gelangen, so ist die Nachfrage nach neuen Geräten geringer. Zusätzlich könnten die Ergebnisse des Guide to Greener Electronics von Greenpeace eine Rolle spielen. Dort wurde nämlich Nokia genau wegen Probleme bei der Rücknahme zurückgestuft: “A penalty point has been deducted from Nokia’s overall score for corporate misbehaviour as a result of Greenpeace re-testing of the company’s take-back practice in India which continues to be unsatisfactory.”
Aber ganz ehrlich – gebrauchte Handys weiterzubenutzen, bis sie “auseinanderfalllen” ist meines Erachtens ressourcen-schonender als alle Jahre ein neues Gerät zu kaufen und das alte Handy zum Hersteller zu schicken…
Mehr Infos bei Spiegel Online

In den USA solls ja seit Kurzem Wegwerfhandys geben, so wie man’s bei den Kameras kennt. Wieviele werden da wohl am Ende dort landen wo sie nicht hingehören?
[ANm. d. Red.: Keine Ahnung Herr "Handyvertrag", ich weiss nur eins: Auf Seo-Spam können wir hier gerne verzichten, danke! Darum wurde die URL gelöscht und der Name in "Gast" geändert.]