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Mein (virtueller) Wasserverbrauch

19. November 2007 von Manuel  
Abgelegt unter LOHAS

virtuelles-wasserKennen Sie virtuelles Wasser? Nein? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Bis vor kurzem war mir der Begriff auch nicht geläufig. Mit virtuellem Wasser ist aber keine neue Web2.0 Internet-Idee gemeint, sondern eine Einheit, mit der man misst, wieviel Wasser zur Erzeugung eines Produktes aufgewendet werden muss. Geprägt hat den Begriff Professor Tony Allan vom King’s College in London (ausführliche Infos hier: Der Wasser-Fußabdruck ). Die Untersuchungen ziel(t)en auf einen künftig sparsameren Wasserverbrauch, denn in die Bilanz wird auch der versteckte Wasserverbrauch einbezogen. So benötigt man für ein Blatt Papier, welches ja grundsätzlich eine ziemlich trockene Angelegenheit ist, 10 Liter Wasser bei der Herstellung.

Im Schnitt verbraucht nach dieser Rechnung jeder Bundesbürger rund 4000 Liter Wasser am Tag! Um herauszufinden, ob ich auch so ein elender Wasserverschwender bin, habe ich mir aufgeschrieben, was ich an einem Tag nur durch die Ernährung an virtuellem Wasser verbrauche. Das erschreckende Ergebnis folgt hier…

  • Das Frühstück wird gesund: Ich esse ein Müsli (25 Liter) mit Joghurt (100 Liter) und 1 Apfel (70 Liter), dazu eine Tasse Kaffee (140 Liter) = 335 Liter
  • Mittags gibts 2 Käsebrote (180 Liter), einen kleinen Salat (50 Liter) mit Tomate (15 Liter), dazu ein Orangensaft (170 Liter) = 415 Liter
  • Das Abendessen fällt etwas deftiger aus, Bratkartoffeln (300 Liter) mit 2 Spiegeleiern (400 Liter), dazu ein Glas Bier (45 Liter) macht zusammen 745 Liter.

Somit haben alleine meine 3 Mahlzeiten 1495 Liter virtuelles Wasser verbraucht. Ganz zu schweigen von meinen zwei weiteren Tassen Kaffee über den Tag (280 Liter), die 5 bedruckten Papierblätter (50 Liter), mein an diesem Tag getragenes T-Shirt aus Baumwolle (2700 Liter). Man sieht also, da kommt jede Menge zusammen! Glücklicherweise bin ich Vegetarier, sonst hätte ich mir zum Abendbrot eventuell ein schönes Stück Fleisch gebraten und damit gleich mehrere Badenwannen voll Wasser verschwendet. Laut den Berechnungen der Unesco IHE (Virtual Water ) schlägt nämlich ein Kilo Rindfleisch mit satten 15500 Liter virtuellem Wasser zu Buche. Auf den Schreck muss ich erst einmal etwas trinken. Aber lieber nicht noch einen Kaffee, sondern ein Glas Wasser. Das steht in der Bilanz nämlich sehr gut da – denn es verbraucht nur in etwa soviel Wasser, wie auch im Glas drin ist!
Und wie sieht Ihre tägliche Wasserbilanz aus?

Bildnachweis: (c) Grafik von www.wwf.de

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Kommentare

10 Kommentare zu “Mein (virtueller) Wasserverbrauch”
  1. saibot sagt:

    wie diese Zahlen zustande kommen ist mir rätzelhaft. Beispiel Kaffee: neben dem Wasser das im Kaffee drinn ist braucht man noch weiteren, das ist klar aber:
    Für eine Tasse Kaffee braucht man ca.5g Kaffepulver. Das sind ca. 8-10 (halbe) Bohnen. Die 5 Bohnen wachsen auf der Pflanze mit vielen anderen Bohnen. Die ganze Pflanze benötigt vieleicht 100 Liter Wasser zur Bewässerung (oder zählt hier der Regen auch noch?). Reinigen und Rösten verbrauchen sicherlich noch ein paar Liter pro Bohne aber sicher nicht im 2-stelligen Bereich. Finde solche Zahlen unseriös.

  2. Manuel sagt:

    Gut, ich weiss ja nicht was für Bohnen Du hast, aber ich brauche ein paar mehr für einen 5Gramm-Löffel ;-)

    Hier ist die Studie speziell zum Kaffee-Thema: http://www.waterfootprint.org/Reports/Report14.pdf Wenn da Ungereimtheiten sind, bitte die Verfasser kontaktieren.

    Gruß, Manuel

  3. Matt sagt:

    Also mir kommen die Zahlen schon auch ein bisschen hoch vor. Vor allem gehen diese Studien davon aus daß man für alles aufbereitetes und wertvolles Trinkwasser verbraucht? Ich würde meinen daß die Pflanzen hauptsächlich Regenwasser aufnehmen und dieses dürfte man ja nicht mit einberechnen meiner Meinung nach.

  4. Manuel sagt:

    Wo steht denn da oben was von Trinkwasser?

    Regenwasser – schön und gut. Aber überleg Dir mal, woher z.B. im trockenen Südspanien für die Gewächshäuser das Wasser herkommt…

    Soweit ich die Studien verstanden habe, wird auch schon unterschieden im Verbrauch, je nachdem in welcher Region, und wie das Wasser gewonnen wird. In dem Sinne wird eine holländische Tomate weniger virtuelles Wasser verbrauchen, als eine südspanische…

  5. Hubertus Beckmann sagt:

    Wer genaueres zum Thema virtuelles Wasser wissen will, kann auf den Internetseiten von http://www.toffi.net/blog reinschauen und die Kategorie Wasserverbrauch anklicken.Virtuelles Wasser war toffi.net Thema der Monate Oktober und November.

    …. aber keine Sorge. Wir brauchen wirklich soviel von dem virtuellen Wasser. Virtuelles Wasser ist eine teilweise theoretische Größe und umfasst sowohl Grünes Wasser (z.B. Regenwasser das von der Pflanzenwelt genutzt wird) als auch Blaues Wasser (z.B. Trinkwasser). Natürlich braucht ein Weizenkorn jede Menge Grünes Wasser.

    Das alles mag für uns momentan noch etwas abstrus klingen, bildet aber für Länder des Nahen Ostens oder Nordafrikas eine Überlebensfrage. Dort ist das Grüne Wasser halt sehr beschränkt.
    Von Bedeutung ist bei diesem Konzept des Virtuellen Wassers vor allen der Handel damit, der solchen Ländern ermöglicht, Lebensmittel aus „wasserreichen“ Ländern zu beziehen.

  6. Hallo Manuel!

    Eine kurze Bemerkung zum Thema virtuelles Wasser und die holländische und südspanische Tomate,
    Es ist nicht richtig, dass eine holländische Tomate weniger virtuelles Wasser benötigt als eine spanische. Das hängt von einer Unzahl von Faktoren ab:
    - Solanaceen wachsen bei höherer Sonneneinstrahlung besser;
    - von ganz entscheidendem Einfluss ist die Sorte;
    - moderne südspanische Gewächshäuser mit ihrer Tröpfchenbewässerung sind extrem wassereffizient;
    - die Art des Tomatenanbaus mit Fruchtfolgestellungen, Vorfrüchte, etc., aber auch die Art der Maschinierung spielen eine entscheidende Rolle;
    - der logistische Aufwand, notwendige Heizkosten, Transport, etc.

    Bei diesem Vergleich sind Spezialisten gefragt, die diese einzelnen Faktoren abschätzen können.

    Virtuelles Wasser ist ein für den Handel und internationalen Ausgleich entworfenes Konzept.
    Die Niederlande sind genauso wie die BRD Importeure von virtuellem Wasser, und das obwohl wir keine Wasserknappheit haben. Innerhalb der EU sollte der Handel (noch) relativ bedenkenlos sein. Interessant wird es bei Importen aus absoluten Knappheitsregionen, oder z.B. aus den USA, dem Weltnahrungsmittelversorger. Dort fallen mehr und mehr Anbauflächen aufgrund von Wassermangel aus.
    Genaueres zu diesem Thema kann nicht nur Prof. Tony Allan kundtun, auch der emeritierte Prof. Dr. Peter Wolf, GhK Witzenhausen ist eine der international allerersten Quellen, der angesprochen werden kann.
    Genaueres ist auch unter
    http://www.toffi.net/blog/?p=112
    zu lesen.

    Gruss
    HBB

  7. Manuel sagt:

    Hallo Hubert,

    vielen Dank für die interessanten und ausführlichen Informationen!

    Gruß, Manuel

  8. Manuel sagt:

    Hey Manuel wie viel was ver braucht ein mensch am tag??

  9. Alexander sagt:

    Hallo,

    ich muss über dieses Thema ein Referat halten und mich interessiert, wie viel virtuelles Wasser für ein Glas Wasser (aus der Flasche) verbraucht wird. Im Internet finde ich leider nichts.

    Viele Grüße
    Alexander

  10. Jule sagt:

    Das ist doch echt nicht war oder das ist ja echt mehrr als wirr am Tag brauchen ouu gott.

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