Mit Ironie gegen Hunger
Hilfsorganisationen versuchen uns ihre Anliegen (Armut, Tierquälerei, Folter etc.) oft mit schockierenden Bildern nahe zu bringen. Die brutalen und teilweise ekelerregenden Bilder sollen uns aus der Lethargie und dem Gleichmut reissen und zur Handlung (Spende) bewegen. Aber mittlerweile sind wir dank der Televisionierung des weltweiten Elends kaum noch zu schockieren, nur die größten Katastrophen (Tsunami etc.) rufen Mitleid und Spendenbereitschaft in uns hervor. Dass es auch anders geht, mit leisen und ironischen Bildern, beweist World Vision aus Australien mit ihrer Kampagne “Stir Your World!“. Sie veröffentlichten ein über sechs Minuten langes Video im Internet, dass sich mit den Ängsten und Nöten australischer Mittelstandskinder beschäftigt.
Die 15jährige Erin muss ihre Cornflakes trocken essen, weil die Mutter keine Milch im Supermarkt gekauft hat. Trotzdem wird sie gezwungen, die Einkaufstaschen vom Auto ins Haus zu schleppen. Und Red (13) wird von Depressionen geplagt, weil er nur eine Playstation 2, statt der PS3 besitzt. Ausserdem droht ihm sogar die soziale Ausgrenzung, weil er nicht genügend Markenturnschuhe besitzt!
Link: www.youtube.com
Über eine halbe Million Zuschauer hat das Video bereits auf Youtube.com, und eine lebhafte Diskussion (rund 6000 Einträge) wurde von der Zielgruppe, den gelangweilten Jugendlichen, gestartet. Die Inititatoren von World Vision sind begeistert, hatten sie doch nicht mit einem derartigen Zuspruch gerechnet. Ob sich der Protest gegen die Probleme der dritten Welt aber nicht nur im Anschauen des wirklich gut gemachten Videos erstrecken, wird sich demnächst zeigen. Denn das Video endet mit der Aufforderung, an der “Stir Your World”-Aktion vom 17. bis 19. August teilzunehmen. Die Aufgabe: 40 Stunden lang um Spenden fasten.Mehr Informationen: Spiegel Online – Hunger und Humor
