Vital-Genuss.de : Das Blog rund um den grünen Lifestyle.

23. July 2014 | Nachrichten Feed

Reden oder einfach machen?

6. November 2008 von Manuel  
Abgelegt unter LOHAS

November-StimmungDer Nebel liegt schwer auf den Gemütern, das weiss ich, wenn ich aus dem Fenster sehe. Reto von nachhaltigbeobachtet.ch scheint auch von der Herbstdepression getroffen zu sein. In seinm Beitrag Der Nachhaltigkeits-Graben schreibt er:

“Erkenntnis führt nicht zu entsprechendem Tun. [...] All das Geschwätz in unseren schönen Blogs, all die schönen Netzwerke mit vielen, vielen Freunden und schönen Gruppen mit den richtigen Namen. All die Utopien und anderen Wirtschafts-, Gesellschafts- und Lebensentwürfe. Und so wenig im Alltag.”

Recht hat er, mag jetzt der ein oder andere Leser nickend beipflichten. Auch mich selbst stört es teilweise gewaltig, was an Energie und Zeit in virtuelle Projekte gesteckt wird, die letztlich keine oder nur kaum Auswirkungen auf das reale Leben haben. Ein Beispiel? Utopia.de, die soziale Gemeinschaftsplattform für die sogenannten LOHAS, stößt langsam an die Grenzen der Zielgruppe. Um neue Mitglieder zu gewinnen, geht man eine Partnerschaft mit einem anderen sozialen Netzwerk, nämlich Myspace ein. Das Prinzip ist schnell erklärt. Ich ver(sch)wende meine Zeit darauf, auf einer mehr oder weniger hässlich designten Seite Leute einzuladen, die dann unten drunter als “Freunde” stehen. Klasse, oder? Sicher – das ist arg verkürzt und entbehrt nicht einer gewissen Polemik, aber die Folgen für die reale Welt sind da schwer zu erkennen. Und um mich selbst aus einem Kommentar bei Bioemma.de zu zitieren:

“Ich melde mich bei Utopia an, ich melde mich bei Facebook an, dann noch Myspace… und am Ende habe ich was gewonnen? Eigentlich nix. Ändert sich irgendetwas, bloß weil die Gruppe [Chance Nachhaltigkeit] jetzt 8406 “Freunde” hat?”

Natürlich habe ich es leicht, zu meckern – sehe ich meine Tätigkeit mit diesem Journal doch eher als Chronistenpflicht, denn als AgitProp-Organ… aber vielleicht sollte man wirklich mehr handeln, weniger virtuell herumnetzwerken und mehr MACHEN. Ich werde darum zumindest versuchen, hier mehr MACHER zu Wort kommen zu lassen. Leute, die wirklich etwas bewegen, oder es wirklich versuchen.

Und wo wir gerade vom November-Nebel und November-Kälte reden. Zum Schluss noch ein kleiner, praktischer Tipp – ganz im Sinne von WEAREWHATWEDO – für Bildschirmarbeiter. Wer lange sitzt, der kriegt schnell kalte Füße, gerade wenn es draußen ebenfalls kalt ist. Die Lösung lautet meist: Heizung hochdrehen. Es geht aber auch anders – zieht euch dickere Socken an (sieht unter dem Schreibtisch doch keiner) und macht euch eine Wärmflasche heiss. Diese legt man sich dann auf oder unter die Füsse. Seitdem ich das mache, kann ich die Heizung im Büro fast komplett auslassen, habe warme Füße (was sich komischerweise auch auf den Rest des Körpers aufdehnt) und spare Energie. Das Wasser in der Flasche kippe ich natürlich nicht nach jedem Mal weg, sondern verwende es mehrfach. Dadurch spare ich auch noch Trinkwasser. Wie gesagt, ein kleiner – für manche sicher auch lächerlicher Tipp (wer gibt schon gerne zu, dass er mit einer Wärmflasche durchs Internet surft? *g*), aber das ist mir gerade egal.

Wer auch solche kleinen, feinen Tipps hat – immer her damit, einfach unten einen Kommentar verfassen…

Ähnliche Beiträge zu diesem Thema:

  • Blogparade – 5 Tipps zum Energiesparen
    Stefan Brandt von "Brandt Aktuell" hat sich eine kleine Blogparade ausgedacht. Das Thema dreht sich ums Energiesparen - darum nehme ich auch daran teil. Hier si...
  • 20 Tipps für Umwelt und Geldbeutel
    Anlässlich des "Blog Action Days" ein weiterer Artikel, der sich mit dem Thema Umwelt beschäftigt. Wir alle wissen ja, wie wichtig mitttlerweile ein schonender ...

Kommentare

9 Kommentare zu “Reden oder einfach machen?”
  1. Reto sagt:

    Schlussendlich lässt sich alles aufs Menschliche zurückführen. Die virtuellen Möglichkeiten vervielfachen einfach die Möglichkeit, sich selber zu produzieren mit noch weniger Möglichkeiten, die Substanz dahinter zu überprüfen. Der Schlüssel zu authentischem Leben, d.h. Reden = Tun, liegt in jedem selber. Aber Gruppendynamiken können durchaus auch dazu beitragen, Teile grösser als das Ganze zu machen.

    Die Herausforderung ist, die virtuelle Leichtigkeit ins physische, verortete, blutende, stinkende Leben zu übersetzen.

    Wo gelingt dies?

  2. Am Anfang war das Wort – die Taten folgen dann schon, nur selten so schnell wie man sich das wünschen würde.

    Gegen kalte Füße gibt es noch weit energiesparendere Tipps. Da kalte Füße ein Durchblutungsproblem sind, hilft ein kleiner (5 Minuten) Spaziergang vor die Türe und zwar barfuß!

    Das ist zwar im ersten Moment kalt, zahlt sich dann aber in wirklich warmen Füßen aus. Und die paar Minuten wird ja wohl jeder aufbringen.

    Gerhard

  3. Peter sagt:

    Ich bin auch immer etwas zwiegespalten, wenns um Myspace oder Facebook geht (habe nur deshalb einen Myspace-Account, weil es einfach praktisch ist, um neue Bands kennen zu lernen). Andererseits – wenn man wirklich viele Menschen mit den Gedanken zur Nachhaltigkeit erreichen will, MUSS man aus der “Nische” raus und hinein in den “Mainstream”, der sich eben bei solchen Netzwerken, die extrem stark frequentiert sind, findet. Dass es nicht reicht, da in einer Nachhaltigkeitsgruppe zu sein oder bei Utpopia ein nettes Profil anzuleegen, wenn man gleichzeitig noch beim Discounter einkauft etc., ist auch klar..

  4. Michael sagt:

    .. noch schneller wirkt die Wärmeflasche und macht warme Füße, wenn man sich die Wärmeflasche auf die Knie legt.

    Wobei Gerhards Vorschlag nicht nur warme Füße bringt, sondern zusätzlich auch mal den Kopf lüftet.
    Mindestens genauso wichtig.

  5. Micha sagt:

    Um ein bisschen zu Schlaumeiern ;-) Diese Sozialen Netzwerke sind meiner Meinung nach die Entwicklung aus den Foren, die sich wiederrum von den Newsgroups (Usenet) ableiten. Im Grunde aber nur mehr oder weniger taugliche Werkzeuge, die sich unterschiedlicher Beliebtheit erfreuen.
    Thema Bürobeheizung, allerdinges etwas technischer. Meine PCs stehen in einem Kasten, der an der Rückseite unten und oben Löcher hat. Unten wird kalte Luft angesaugt und oben kommt die warme Luft heraus die mit Kunststoffrohren (HT DN 50) zu den Füßen geleitet wird.
    Einziger Schönheitsfehler, ich arbeite seit einem Jahr nur noch mit dem Notebook. Das verbraucht dafür weniger Strom, was ja auch sein Gutes hat.

Trackbacks

Finden Sie heraus, was andere zu diesem Artikel gesagt haben
  1. [...] machen – Mit dem Bollerwagen Manuel fordert “mehr MACHEN” und hat auch einen wärmenden Tipp für mehr alltägliche Nachhaltigkeit parat. Wenn ich darauf [...]

  2. [...] credit: def110 Der Ruf nach Taten für mehr Nachhaltigkeit wird lauter und praktische Ideen wurden bereits vorgeschlagen. Ebenfalls am Bezug zum analogen Leben ist es der Blogparade [...]

  3. [...] Notebook arbeite: Die Abwärme aus dem Netzteil des PC mit Kunststoffrohren so umleiten, dass die Füße unter dem Schreibtisch gewärmt werden. 4. Wieviel Strom Elektrowerkzeuge verbrauchen ist mir erst aufgefallen, als ich mein [...]

  4. Den Nachhaltigkeits-Graben überwinden…

    Mit der Rückkehr der Sonne und einer Menge Reaktionen wird es Zeit ein vorläufiges Fazit zu ziehen: es gilt Brücken über den Nachhaltigkeitsgraben zu erkennen und zu beschreiten. Patentrezepte gib ……



Und was meinen Sie?

Erzählen Sie uns, was Sie über dieses Thema denken...