Umweltfreundliches Begräbnis
In der Bibel heißt es: “Asche zu Asche und Staub zu Staub”. Aber das, was von uns übrig bleibt, wenn wir einmal nicht mehr sind, ist weit mehr als nur Asche. Durch das Beerdigen gehen Unmengen an Formaldehyd, Methanol und Ethanol in die Erde. Lassen wir uns verbrennen, so werden Dioxine, Salzsäure und Kohlendioxid in die Luft geblasen. In den USA versucht man jetzt mit sogenannten Öko-Friedhöfen die Umweltbelastungen gering zu halten, indem man Beerdigungen wieder “the traditional way” vornimmt.
Tropenholz-Särge sind tabu, stattdessen wird eine traditionelle Bestattung (Tücher, einfache Holzkisten etc.) vorgenommen. So schont man die Umwelt – und auch der Preis für das Begräbnis hält sich im Rahmen. 500 Dollar bezahlt man für die letzte Ruhestätte – normale Begräbnisse können in den USA locker das Zehnfache kosten. Das amerikanische Online-Magazin groovygreen.com hat einen umweltfreundlichen Friedhof in Newfield im Staat New York besucht:
Statt aufwendigen Grabsteinen werden junge Bäume gesetzt. Damit man den Toten weiterhin einen Besuch abstatten kann, werden GPS-Nadeln verwendet, die den exakten Standort der Grabstätte anzeigen. Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt: Die Öko-Friedhöfe stehen unter Naturschutz und können sich zu wahren Biotopen entwickeln, da dort kein Rasenmäher wütet oder Einkaufszentren errichtet werden dürfen. Bislang gibt es in den Staaten fünf “Öko-Friedhöfe”, die Nachfrage ist laut Aussage der Betreiber sehr hoch. Neben der Kostenersparnis bleibt das gute Gefühl, auch mit seinem letzten Gang etwas zu einer positiven Ökobilanz beigetragen zu haben.
Auch in Deutschland tut sich was – so wurde mit einem neuen Bestattungsgesetz in Nordrhein Westfalen ab September 2006 der “Friedhofs- und Sargzwang” aufgehoben. So kann man sich im Friedwald, dem Gemeindewald von Hümmel in der Eifel in einer Pappurne an den Wurzeln eines Baumes gegraben lassen. Der nimmt die Asche als Nährstoff in sich auf, womit der Baum symbolisch für das Weiterleben in der Natur steht. Nur eine kleine Plakette am Friedwald-Baum trägt den Namen des Toten, die Grabpflege übernimmt die Natur.
Mehr Infos: groovygreen.com; ethicalburial.org; wdr.de
Bildnachweis: 1. aboutpixel.de; 2. groovygreen.com

Ich bin seit jeher der Meinung, dass es insgesamt besser ist, nicht eingeäschert zu werden. Ich denke, dass man als sich langsam zersetzende Leiche auch anderen Lebenwesen die Möglichkeit zum Leben gibt. So istz eben der Kreislauf der Natur, denke ich.
Ich weiß nicht, wie das bei Asche ist, obs da auch Bakterien gibt, die die zersetzen, aber ein gutes Gefühl dabei habe ich nicht wirklich.
Naja, ich weiss nicht, ob man die amerikanische Wirklichkeit komplett übersetzen kann (guck Dir mal die Zahlen im verlinkten Film an, da wird Dir schlecht…), ich glaube, unsere Särge sind nicht so aufwendig, und wahrscheinlich damit auch nicht so umweltschädlich. Es sind wohl weniger die Leichen, als vielmehr das “Drumherum” (Pestizide auf dem Friedhof, Versiegelungen des Areals usw.). Insofern finde ich den “Friedwald” als Idee super. In dem Falle müsste man sich aber verbrennen lassen.
Klar, alles keine angenehme Vorstellung – aber davon kriegt man dann ja (hoffentlich) nix mehr mit