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Der Verbraucher hat es in der Hand

17. Oktober 2006 von Manuel  
Abgelegt unter LOHAS

Ich weiss ja nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich in den Supermarkt gehe, dann bin ich oftmals etwas genervt. Genervt, dass es Kaffee gibt, der “billiger als Sand” ist. Genervt, dass ich 10 Sorten Äpfel aus China kaufen kann, aber nur einen einheimischen Apfel. Genervt, dass in den unzähligen Regalen statt gesunder Vielfalt eine Marken-Ödnis (eine Produktsorte pro Regalboden) herrscht. Kennen Sie diese Genervtheit auch? Neben der Erkenntnis, öfter mal im Bioladen oder auf dem Wochenmarkt einzukaufen, helfen Ihnen vielleicht die “Sechs goldenen Verbrauchertipps von Euronatur“.

Für die Aktion “Gourmets for Nature” hat die internationale Umweltstiftung Euronatur ein paar Verbrauchertipps zusammengestellt, die uns helfen sollen, dass wir nicht nur eine gesündere und schmackhaftere Ernährung bekommmen, sondern auch zum Erhalt einer artenreicheren Landschaft beitragen. Da wir immer noch zu wenig auf Qualität und Herkunft unserer Lebensmittel achten, unterstützen wir die Verödung der Landschaft, so die Organisation. Unser Konsumverhalten entscheidet, welche Art von Landwirtschaft und damit auch welche Art von Landschaft wir in Zukunft haben werden. Und hier sind die Verbrauchertipps:

Regionalität
: Gehen Sie wenn möglich auf dem Markt oder direkt beim Erzeuger einkaufen. Achten Sie ansonsten auf möglichst kurze Transportwege.

Saisonalität
: Genießen Sie vorwiegend die Früchte der Saison. Dann sind sie nicht nur frisch und schmackhaft, sondern meist auch preisgünstig. Wer mitten im Winter auf Erdbeeren und Spargel nicht verzichten mag, nimmt nicht nur Schäden für Natur und Umwelt in Kauf, sondern muss auch mit hohen Preisen und starker Pestizidbelastung rechnen.

Zeit und Geld
: Werten Sie das Essen auf. Nahrungsaufnahme ist kein notwendiges Übel, sondern kann zu einem Genuss für alle Sinne werden. Auch mit vergleichsweise wenig Aufwand an Zeit und Geld.

Bio
: Nutzen Sie Bioprodukte wann immer Sie können. Für die Mehrkosten bekommen Sie auch gesündere und oftmals schmackhaftere Lebensmittel. Das ökologisch produzierte Steak eines Tieres, das sein Leben auf der Weide verbracht hat und schonend geschlachtet wurde, schmeckt einfach besser als das billige Steak aus dem Supermarkt.

Keine Gentechnik: Die Agro-Gentechnik bringt unkalkulierbare Verbreitungsrisiken mit sich, sie verstärkt den Trend zur hochindustrialisierten Landwirtschaft unter hohem Chemieeinsatz, schadet der Sortenvielfalt mit wenigen in Monokultur angebauten Pflanzensorten und bringt international viele ehemals selbständige Kleinbauern in eine verhängnisvolle Abhängigkeit von den großen Agrochemie-Konzernen. Mit der vorhandenen Sortenvielfalt wäre es ein Leichtes die Weltbevölkerung zu ernähren. Niemand braucht die Agro-Gentechnik außer der Agrar-Industrie selbst. Achten Sie deshalb auf gentechnikfreie Lebensmittel und fordern Sie das auch von ihren Volksvertretern.

Information: Informieren Sie sich! Sprechen Sie mit Ihrem Metzger, der Frau an der Käsetheke oder den Angestellten im Supermarkt. Fragen Sie nach, wo die Produkte herkommen und wie sie hergestellt wurden.

Sie wollen noch mehr? Bittesehr – hier sind die 10 Ökotipps für einen umweltfreundlichen Herbst vom BUND :-)
(Via Ogee.de)

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Kommentare

3 Kommentare zu “Der Verbraucher hat es in der Hand”
  1. Nachdenker sagt:

    Nervt es Sie auch wenn Sie lesen wie Menschen in anderen Laendern, gerade in Afrika und Asien verhungern?

    Haben Sie schonmal ueberlegt was es bedeuten wuerde wenn wir nur noch heimische Produkte verwenden wuerden anstatt auch Gemuese und Obst aus anderen Laendern, vor allem Asien und Afrika?

  2. Tobias sagt:

    @ Nachdenker
    Ihr Kommentar offenbart das Sie sich mit den globalen Zusammenhängen mit ihren ökologischen, fiskalischen und sozialen Auswirkungen leider nicht wirklich beschäftigt haben. Auf diesem Niveau lohnt es sich deshalb gar nicht das ich inhaltlich antworte und argumentiere. Ich verweise lediglich auf die zahlreiche Literatur die es zu diesem Thema gibt.

  3. Jochen sagt:

    @ Nachdenker,
    dann denken Sie mal nach, wieviel Äpfel sich ein Plantagenarbeiter wohl von seinem Tageslohn leisten kann. Und dann machen Sie sich die Mühe und stellen sich eine geschlossene Volkswirtschaft vor. Aber dann würden sich ja Plantagen gar nicht lohnen, würden Sie sagen. Richtig! Der Kandidat erhält hundert Punkte. Und was wäre dann mit dem armen Plantagenarbeiter? Richtig, der wäre wahrscheinlich Kleinbauer, weil ihm der große, böse Plantagenbesitzer nicht sein Land weggenommen hätte, um hungrige Europäer zu füttern, und könnte sich einen Haufen Äpfel mehr leisten.

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