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Wolfskin: Alle Pfoten verboten?

18. Oktober 2009 von Manuel  
Abgelegt unter LOHAS

Alle Pfoten verboten?!?Der Outdoor-Kleidungshersteller “Jack Wolfskin” lässt derzeit durch seine Anwälte das Internet nach Plagiaten seiner Produkte durchsuchen. Soweit, so in Ordnung. Schließlich hat eine Marke wie Wolfskin das Recht auf Ihrer Seite, sich gegen Ambush-Marketing zu wehren und die Marke vor Verwässerung zu schützen. Problematisch wird es aber, wenn hemmungslos abgemahnt wird, was auch nur annähernd so aussieht wie das Markenlogo. Wir erinnern uns – es gibt auf den Outdoor-Kleidungsstücken ein Emblem, was aus dem Namen und einer schräg gestellten Wolfspfote besteht. Pfote? Sie meinen Tatze! Ja, sicher – aber alleine der Begriff “Tatze” ist schon problematisch in diesem Zusammenhang. Denn auch dieses Allerweltswort hat JW als Wortmarke registriert (siehe Markenverzeichnis). Und natürlich ist auch die Bärentatze eine eingetragene Bildmarke von Wolfskin. Interessanterweise nicht nur für Outdoor-Bekleidung, sondern für viele andere Klassen ebenfalls. Wer mag, kann gerne mal selbst nachsehen.

Alle Pfoten gleich?

Lange Zeit schienen Katzenpfoten, Hundepfoten usw. kein Problem für Jack Wolfskin zu sein. Lediglich die Zeitung “taz” wurde in einem ausdauernden Rechtsstreit beharkt, weil diese auch eine Bärentatze verwendeten. Wohlgemerkt eine sehr ähnlich aussehende. Seit einigen Monaten machen sich nun die Anwälte auf die Suche nach verschiedenen Tatzen, die auf Bekleidung aufgebracht sind und irgendwie ähnlich der Bärentatze zu sein scheinen. Lange Zeit unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit (so wurden vor einigen Monaten verschiedene Betreiber von Spreadshirt-Shops abgemahnt, die eine Tatze auf T-Shirts drucken ließen und diese in ihren Shops anboten). Jetzt aber scheint man zu weit gegangen zu sein. Seit Anfang der Woche wurde die Plattform “Dawanda” ins Visier genommen. Dort können Hobbyschneider und -Stricker ihre eigenen Kreationen verkaufen. Und eben diese gerieten in das Visier der Anwälte und verschiedene Anbieter erhielten saftige Abmahnungen. Hatten diese denn einfach rotzfrech die Tatze (wir erinnern uns – das ist mittlerweile eine in Deutschland eingetragene WORTMARKE der besagten Firma) kopiert und auf Kissen gestickt? Nein, das wäre ja sonst absolut verständlich. Man hat stilisierte Pfotenabdrücke genommen, die der Wolfstatze nicht ähnlich sahen. Alles weitere zu diesem unglaublichen Tatzen-Gate beim Werbeblogger.

Wolfskin und Nachhaltigkeit

Zu Recht ist die Webgemeinde nur extrem sauer. Denn es kann nicht angehen, dass eine Bekleidungsfirma die alleinige Bestimmungsgewalt über Pfotenabdrücke aller Art innehält. Wir haben zwei Katzen, diese machen gerne Abdrücke, wenn sie vom Spielen reinkommen und nass sind. In der kleinen und überschaubaren Rechtswelt von Wolfskins Anwälten wäre so etwas schon abmahnfähig (wenn ich diese Katzenpfotenabdrücke fotografieren würde und ins Netze stellen täte). Früher gab es die “Majestätsbeleidigung”, die schwer bestraft wurde. Heute lassen wir zu, dass Farben geschützt werden (Magenta) oder einfache kurze Sätze (ich liebe es).

Aber, fragen wir uns doch mal, wie nachhaltig ist die Firma “Jack Wolfskin” eigentlich? Abgesehen vom Abmahndebakel, das natürlich nicht den Nachhaltigkeitskriterien genügt :-) Das Problem nicht nur bei dieser Firma, sondern auch vieler anderer Outdoor-Herstellern ist, dass sie überwiegend in Asien, resp, China produzieren lassen. Bei Jack Wolfskin ist der Produktionsstandort der Kleidung laut einer Studie der Clean Clothes Campaign von 2009 zu 84% in Asien. Das deckt sich mit meiner eigenen Erfahrung beim Kauf von Outdoorsachen. Ich habe mir angewöhnt, immer die Labels anzusehen, um zu wissen wo was hergestellt wurde. Oft steht bei der Tatzen-Kleidung “Made in China” drin. Darum hab ich mich dann meist für eine andere Marke entschieden, die wenigstens in Europa oder den USA fertigen lässt. Aber damit nicht genug. In der Studie heisst es unter anderem:

“Ein Bericht über die Geschäftstätigkeiten [von Jack Wolfskin, Anm. d. Autors] existiert nicht, ebenso wenig gibt es einen CSR-Bericht. Auch eine Liste der Produzenten und Subproduzenten möchte JW nicht zur Verfügung stellen. Im November 2004 testete die Stiftung Warentest 14 Trekking-Jacken und befragte die Firmen, ob die Funktionsjacken fair, sozial und ökologisch korrekt produziert werden. Jack Wolfskin nahm nicht daran teil.” (Quelle: Outdoor-Studie der Clean Clothes Campaign, Link siehe oben)

Auch sonst scheint die Bekleidungsfirma zwar viele schöne Worte über “Verantwortung und Umweltschutz” auf der Webseite oder in Imagebroschüren stehen zu haben, diese jedoch nicht immer in die Tat umzusetzen. So wurde 2008 für das neue Logistikzentrum das EU-Vogelschutzgebiet “Moore bei Buxtehude” ein wenig angeknabbert und die Gemeinde Neu Wulmstorf war in Begriff einige Kleingärtner zu enteignen, die dem Neubau absolut nicht weichen wollten (siehe HAN Online, ebenso taz).

Was tun?

Der Verbraucher hat es in der Hand, wem er sein Geld für Outdoor-Bekleidung gibt. Neben der “Pfotenware” gibt es verschiedene andere Markenhersteller, die auch gute Bekleidung nähen (lassen). Zu nennen wären da “Mammut”, “Patagonia”, “Vaude”, “Osprey” usw. Wer keine Lust hat, das Geschäftsgebahren einer Firma zu unterstützen, die meint, sämtliche Pfotenabdrücke der Welt gehörten gefälligst ihr, braucht ja nicht Kleidung mit der Wolfstatze zu kaufen. Diese Entscheidung hat der Verbraucher glücklicherweise noch…

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Kommentare

7 Kommentare zu “Wolfskin: Alle Pfoten verboten?”
  1. Mausflaus sagt:

    Tatonka ist auch gut :-)

    wolfskin sollte sich eher in “wolfpaw” umbenennen… geht ja um nix anderes mehr als um die Pfote *kopfschüttel*

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