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Zeitgemäße Direktvermarktung im Web

3. April 2007 von Manuel  
Abgelegt unter LOHAS

Die Farmblogger haben ein interessantes Thema aufgegriffen: Hofläden und Bauernmärkte im Internet. Wie, so fragt sich Kai Oliver Schleyerbach, könnte ein Portal aussehen, auf dem sich Direktvermarkter zeitgemäß im Web vorstellen? Zwei Modelle hat er gefunden:

Modell A: Eine Agentur sammelt gegen Gebühr die Direktvermarkter ein und stellt Steckbriefe, Links oder nur Listen ins Portal. Modell B: Gefördertes Projekt, die Anbieter müssen nichts zahlen aber im Prinzip ist es dasselbe Ergebnis. Pflege und Wachstum lassen in beiden Fällen nach der Aufbauphase stark nach.

In Amerika ist man einen Schritt weiter: Dort gibt es z.B. ein Portal namens Growing Goodness. Dort wird es interaktiv: Nicht nur Listen mit Bauernmärkte, sondern Video-Channel, schöne Farm-Geschichten und jede Menge Direktvermarkter, die sich und Ihre Produkte präsentieren.

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Die Idee, sowas auch in Deutschland aufzuziehen, liegt nahe. Doch, wie soll das funktionieren? Farmblogger Kai findet gerade die Möglichkeit super, dass die Kunden der Hofläden und Wochenmarktstände über ihre Einkaufsquellen schreiben können. Denn diese wären meist viel enthusiastischer und loyaler als beispielsweise Bioladen-Besucher. Gerne greife ich das Gedankenspiel um eine Vermarktungsplattform für Biobauern und konventionelle Hofläden auf, und möchte ein paar Punkte ergänzen.

Ich glaube auch, dass nur eine kostenfreie Plattform für Anbieter interessant ist. Aus mehreren Gründen – mit einer der wichtigsten dürfte sein, dass diejenigen Hofläden, die dort mitmachen würden, schon eine Internetseite haben, und diese meist viel Geld gekostet hat. So ist die Bereitschaft nicht sehr groß, noch mal Geld in etwas zu pumpen, was gerade am Anfang noch keine Erfolgsgarantie bieten kann. Ausserdem ist der Anreiz höher, das “einfach mal zu probieren”, als wenn die Anbieter für den Zugang eine Handvoll Euro auf den Tisch blättern müssen.

System: Da keine großen Investionsvolumen da sein werden, muss die Plattform kostenfrei installierbar sein, und vor allem einfach zu bedienen. Ein Blog a là Wordpress würde sich anbieten. Die Anbieter erhalten Zugänge, mit denen Sie ihre Rubriken (entweder nach Hof/Stand oder nach Sparten getrennt) befüllen können. Zusätzlich gibt es einen Main-Channel, in dem die Redaktion (ähnlich wie das Blog von Growing Goodness) übergreifende Themen publiziert.

Wie, fragt sich der Leser jetzt, soll das Projekt finanziert werden, wenn keine Gebühren von den Anbietern verlangt werden? Nun, da gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein Mix aus Anbieter-Werbung (reservierte Bannerplätze für die Teilnehmer, die dort Werbung schalten können, die bezahlt wird), Google-Adsense und Sponsoren-Links bietet sich an. Zusätzlich wäre ein Premium-Account (mehr Videos / Bilder / Aufmerksamkeit / Goodies) denkbar, den die Hofläden/Anbieter erwerben können. Schlussendlich könnten noch Fördergelder (kaum vorstellbar) beantragt werden, oder ein gemeinsamer Online-Shop für alle Anbieter, die eine gewisse Provision für die Plattformbetreiber bezahlen (schon eher denkbar).

Mitmachpotenzial: Wer würde bei so einer Plattform mitmachen? Nun, wie oben schon erwähnt, in erster Linie solche Direktvermarkter, die eh schon im Internet vertreten sind, und die jetzt eine Möglichkeit suchen, sich und ihre Seite einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen. Am meisten Potenzial und die Aussicht auf erfolgreiche Teilnahme haben meiner Meinung nach solche Anbieter, die auch Waren über das Netz vertreiben – denn es ist zu erwarten dass nicht viel mehr Kundschaft dadurch kommt, dass in Bayern ein Surfer etwas über den Bremer Landwirt xy und seinen Hofladen liest ;-) Aber – wenn der gleiche Portalbesucher etwas über die Honigspezialiäten liest, die beispielsweise der Macher des Imkerblogs in seinen “süße Leckereien”-Channel einbringt, dann ist da sehr wohl die Möglichkeit der Neukundengewinnung. Doppelt interessant ist die Seite natürlich auch für solche Höfe/Vermarkter, die bislang keine professionelle Website besitzen, und trotzdem gerne am Webmarkt partizipieren möchten… Weitere potenzielle Content-Produzenten: Genossenschaften, Vereine, Hobby-Gärtner/Bauern und so weiter.

Fazit: Das Projekt “virtuelles Hof- und Markttreiben” ist meiner Ansicht nach sehr spannend, und könnte sogar mit recht einfachen Mitteln realisiert werden. Vorausgesetzt, es finden sich ein paar Leute, die die Plattform entwickeln und promoten. Sicherlich ist so eine Direktvermarkungs-Plattform keine Cashcow wie StudiVZ oder ähnliches, und ebenso klar dürfte sein, dass zumindest in der Anfangsphase keine Horden von Usern über den virtuellen Marktplatz herfallen werden. Aber mit etwas Engagement kann aus der fixen Idee von den Farmbloggern sicher ein spannendes Projekt werden. Also, ich wäre dabei!

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Kommentare

4 Kommentare zu “Zeitgemäße Direktvermarktung im Web”
  1. Kai sagt:

    Hi Manuel,
    gut weitergedacht! Das mit den Fördergeldern würde ich nicht zu weit weglegen. Man muss dann aber auch darlegen, wie ein gefördertes Projekt weiterlebt. Das Mitmachpotenzial kommt bestimmt auch über den Zusatznutzen der Vernetzung der DV’ler untereinander. Da kann man Ideen und Erfahrungen austauschen. Manch einer stellt selbst Produkte hher, die sich auch gut in anderen Hofläden vermarkten ließen und findet hier auf ideale Weise erste Wiederverkäuferkunden.

  2. Manuel sagt:

    Danke!
    Was meinst denn Du, als “Techniker” : mit welcher Plattform könnte man ein derartiges Projekt realisieren? Und wer käme denn für so eine Förderung in Frage, bzw. sind infragekommende Institutionen schon “web-2-reif”? ;-)

  3. Micha sagt:

    Hallo Manuel,
    wie sieht es denn bei Dir mit der “fixen Idee” aus, schon beerdigt oder bereits am machen? Ich habe das Thema, eher unabsichtlich, im Blog nochmal angesprochen. Tja, bis jetzt diskutiert man noch über Suchmaschinenoptimierung ;-)

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  1. [...] 4. Der Konsument kauft am liebsten, was er sehen kann, bei denen, die sein Vertrauen genießen. (Meine Rede! Direktvermaktung…) [...]



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