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Saftblog wegen Ol*mpia-Beitrag abgemahnt!

14. Dezember 2006 von Manuel  
Abgelegt unter News

artikel89-1Kurz vor Jahresende nimmt der Deutsche Olympische Sportbund e.V den Knüppel aus dem Sack, Pardon! – seine Rechte wahr. Das Saftblog, seines Zeichens Online-Journal der sächsischen Kelterei Walthers und eins der Aushängeschilder der deutschen Firmen-Weblogs, ist abgemahnt worden. Warum? Weil sie in zwei Artikeln die olympischen® Winterspiele 2006(tm) in dieser italienischen Stadt* erwähnt haben. Die sächsischen Saftmacher sind geschockt, und wollen ihr beliebtes Blog höchstwahrscheinlich wegen der Abmahnung schließen…

In der ersten Stellungnahme zu den Vorkommnissen vom Mittwoch schreibt die Geschäftsführerin Kirstin Walther: “Wir sind weder in der Lage, jeden Eintrag vor Veröffentlichung juristisch prüfen zu lassen, noch die Kosten die mit einer Verpflichtungserklärung verbunden sind, finanziell zu tragen. So viel Geld verdienen wir nun auch nicht mit dem bißchen Saft. Dieses Blog wollten wir nutzen um mit Kunden, Interessenten und anderen zu kommunizieren. Wenn wir nicht über Dinge reden/schreiben dürfen, die uns über das Geschäft hinaus beschäftigen, dann wird dies hier zu einer Walthers-Werbeveranstaltung – und das ist nicht Sinn der Sache.”

Bleibt zu hoffen, dass es sich das bis heute sehr motivierte Team wieder fängt, und mit einem fähigen Anwalt die umstrittenen Vorwürfe entkräften kann. Es wäre sehr schade, wenn durch dieses unsportliche Nachtreten (die Artikel sind bereits viele Monate alt, und sind keine Werbung für Walthers, sondern lediglich Nachrichten zu dem sportlichen Großereignis) eins der “Vorzeigeblogs” seine (virtuellen) Pforten schließt. vital-Genuss drückt auf alle Fälle die Daumen!

Update:
1. Der Lawblogger Udo Vetter berichtet, und in den Kommentaren gibt es ein paar interessante juristische Fragestellungen zum besagten Fall. 2. Der DOSB wird von der Agentur Buena Vista beraten – wo Patrick Breitenbach (Werbeblogger) arbeitet. Er bietet Vermittlung an. 3. Nähere Infos zum speziellen Olympia-Gesetz findet sich hier. 4. Wer oder was der DOSB eigentlich ist, kann bei Wikipedia nachgelesen werden. Knapp gesagt = Nachfolger des NOK (und kein “kleiner Verein, wie es in manchen Berichten aus verschiedenen Blogs heißt). 5. Eine lustige Idee, wie man in Zukunft eine Abmahnung bei der Darstellung der Ringe vermeiden kann, hat das Farliblog.

Update 2: Frank Herold hat mit dem DOSB gesprochen. Herr Ruf (einer der Geschäftsführer) sagte ihm, dass die Abmahnung nicht von seiner Organisation ausgegangen ist. Gegen Abend hat sich auch der Pressesprecher Michael Schirp im Marketing-Biz-Blog mit einem Statement Gehör verschafft: “Abmahnung berechtigt, über den “Preis” können wir reden“, ist sinngemäß die Aussage.

Update 3: Entgegen vorschneller Gerüchte beharrt der DOSB weiterhin auf der Durchsetzung der Abmahnung. Ob es das Saftblog weiterhin geben wird, entscheidet sich nach Aussage von Frau Walther Ende des Jahres.
Bildnachweis: Screenshot saftblog.de

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Kommentare

5 Kommentare zu “Saftblog wegen Ol*mpia-Beitrag abgemahnt!”
  1. hartensteyn sagt:

    Also bitte: dieser Sportlerverein “NIMMT KEINESWEGS KURZ VOR JAHRESENDE SEINE RECHTE WAHR”, wie Ihr oben im Beitrag schreibt, sonderh dieser Sportlerverein tritt das Recht, nämlich das deutsche Grundgesetz, mit Füßen und wird daher auch von SPON, Focus und anderen Medien in den nächsten Tagen mit Sicherheit in die Mangel genommen.

    Allein die Tatsache, dass sich in Deutschland ein Sportlerverein entblöden darf und es wagt, gegen einen der Grundpfeiler der Demokratie, nämlich gegen die im Grundgesetz garantierte Pressefreiheit anzutreten, und sei es auch nur, wenn der Gegner eine kleine Internet – Fachzeitschrift für Fruchtsäfte ist, ist ein beispielloser Skandal, der in den nächsten Tagen dazu führen wird, dass dieser Verein namens DOSB von der Presse in die Mangel genommen wird. Hier haben herkömmliche Medien mit Bloggern vereint zu marschieren, da beide Contentlieferanten vor dem Grundgesetz als Journalisten anzusehen sind.

    Obwohl das “Saftblog” nach Artikel 5 Grundgesetz im Rahmen der freien Meinungsäußerung wie jedes andere Pressemedium auch (Blogger sind deshalb Journalisten, weil das Grundgesetz im Jahre 1949 nur den Begriff der Pressefreiheit, aber noch nicht den Begriff Blogger kennen konte) über Olympische Spiele berichten darf, meinen offenbar schwer gedopte Abmahn – Sportvereine, das verfassungswidrige OlympSchG (Olympiaschutzgesetz) verböte die Nennung des Namens “Olympiade” in Presseerzeugnissen. Das würde dazu führen, dass nicht nur die Blogger, die über Olympia berichten, sondern bei restriktiver Auslegung des verfassungswidrigen Olympiaschutzgesetzes morgen auch 300 deutsche Zeitungen und Zeitschriften zusperren müssen. Das müssen sie nicht, da ja allein schon das kleine Saftblog jeden dieser Prozesse selbstverständlich gewinnen würde und daher sich nicht zu fürchten braucht .

  2. Christian sagt:

    Guter Rat: Bloggt ausserhalb von Deutschland! Es kann ja wohl nicht sein, dass ein paar am Hungertuch nagende Anwälte den zu beratenden Firmen zu Abmahnungen raten. Ich sehe hier das Ende nicht mehr, dass diese Praktiken auslösen. In München war scheinbar einer der ersten vernünftigen Richter, die diese Praktiken verurteilen und eine “Abmahnklage” abschmettern. Die Frage ist nur, ob dieser Schlag gegen die Anwälte von Media Markt (“man sind die blöd”) etwas nützt und Zeichen setzt.

    Ich halte es recht einfach und empfehle Euch das gleiche: Nichts mehr einkaufen bei media Markt, nichts mehr einkaufen mit dem Logo des Olympischen Verbandes. Einer ist nicht viel… aber viele sind ein schlagendes Argument. Ich habe damit angefangen. Andere auch, nur sagen es nicht alle.

    Zeigen wir den Damen und Herren aus den Rechtsabteilungen den Stinkefinger!

    Anm. Dieser Beitrag entspricht meiner Meinung und nicht der Meinung des Blogbetreibers. Wer mich abmahnen will, soll doch bitte das Schweizerische Gesetzbuch bemühen. So etwas gibt es bei uns nämlich nicht…….

  3. Jochen sagt:

    Manueller Trackback:

    Fünf Ringe sie zu knechten

    Ja, ich geb’s zu. Die Überschrift dieses Artikels schmückt sich mit fremden Federn. Doch kein Kommentar zur Abmahnung des Saftblogs durch den De*tsch*n Ol*mp*sch*n Sp*rtb*nd sticht meiner Meinung nach besser als die Analogie, die Multimediadesign.net zwischen dem Golum und dem DOSB zieht. Und das nicht, weil sich zum ersten Mal die bloggende Zivilgesellschaft geschlossen schützend vor ein Unternehmen stellt, sondern weil die Motivation des DOSB, das Saftblog abzumahnen, so offensichtlich auf den niederen Instinkten Gier, Neid, Mißgunst und Mißtrauen beruht. Die Misantropie, die in jeder Zeile der eilig nachgeschobenen, offiziellen Stellungnahme von DOSB-Pressesprecher Michael Schirp mitschwingt, wirkt diesem Eindruck nicht gerade entgegen.

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  1. Blogschrott sagt:

    Saftige Abmahnung für Walthers…

    Nicht ganz unverständlich, dass Saftblog-Betreiber Walthers an’s aufhören denkt. Er wurde wegen der Verwendung des olympischen Logos in Verbindung mit der Erwähnung der olympischen Winterspiele in Turin abgemahnt. Streitwert: safti…



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