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Bio-Boom verpennt?

21. Februar 2007 von Manuel  
Abgelegt unter News

Gestern wurde in Frontal21 die provokante These aufgestellt, dass der derzeitige Bio-Boom an den deutschen Bauern vorbeigeht. Zwar gibt es traumhafte Wachstumsraten von 16% im Jahr 2006, aber nur rund 2% der Bauern in Deutschland haben im vergangenen Jahr auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Ein Grund dafür: die sog. 2te Säule der EU-Subventionen, aus denen unter anderem die kostspielige Umkehr von der konventionellen Bewirtschaftung gezahlt wird, wurde drastisch gekürzt. Dies geschah auch auf Drängen Deutschlands. “So können sich die Bauern die Umstellung auf Bioproduktion trotz wachsender Nachfrage nicht leisten“, berichtet Frontal21. Und wer bedient stattdessen die gesteigerte Nachfrage?

Wie schon am Beispiel der Bio-Kartoffeln hier berichtet, werden Bioprodukte Made in Germany knapp, darum muss der Handel kräftig importieren. Und so kommt die Lebensmittelknappheit anderen Anbietern sehr gelegen. “Vom Bio-Boom profitieren derweil ausländische Produzenten. So bezieht der deutsche Lebensmitteleinzelhandel zunehmend Gurken aus Polen, Salat aus Frankreich, Kartoffeln aus Ägypten und sogar Gemüse aus China”, lautet die traurige Botschaft des Frontal21-Berichtes. Das wir mittlerweile einen großen Trumpf des Bio-Sektors, die Regionalität, aus der Hand geben, ist schade – und schlecht für den Umweltschutz. Und so ist die Horror-Vision, dass unser Biomarkt demnächst von chinesischen Produkten bedient werden muss, gar nicht mehr so abwegig. Nichts gegen chinesische Kartoffeln, Gurken oder Tomaten – aber, bitte in China verkauft, und nicht tausende von Kilometern transportiert zum kleinen Bioladen nach Berlin Prenzlauer Berg…

Zum gesamten Fernsehbeitrag: hier klicken, weitere Informationen gibt es hier.

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Kommentare

4 Kommentare zu “Bio-Boom verpennt?”
  1. subster sagt:

    Es ist kein Wunder das deutsche Bauern nicht auf den Biozug aufgesprungen sind, so hat der deutsche Bauernverband doch ganze Arbeit geleistet um Bio von anbeginn den Bauern als nicht lohnenswertes Nischenprodukt zu verkaufen.

  2. Manuel sagt:

    Ja, und ein Herr Verbraucherminister stellt sich dann jetzt hin und sagt: “Ist doch alles wunderbar, wer es sich leisten kann, der macht jetzt in BIO” (im Video zu sehen).

    Sehr schade, sowas… ;-(((

  3. Ich glaube, daß es daran liegt, daß die deutschen Bio-Bauern von den Erlösen nicht leben könnten. Sie haben beim Bio-Anbau weniger Ertrag, höhere Aufwendungen usw. Leider zahlt der deutsche Verbraucher nicht dafür und das I-Tüpfelchen sind die großen Bio-Supermärkte, die sich schon wie klassische Discounter verhalten. Würden die Verbraucher/Händler die Preise akzeptieren, die Bio-Erzeuger brauchen um zu existieren, gäbe es unzählige. Es gibt inzwischen Bio-Produkte, die billiger sind, als konventionelle. So funktioniert das natürlich nicht.

  4. yarrah sagt:

    Vom Staat müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass es sich für die Bauern lohnt. Schließlich arbeiten diese Bauern umweltbewußt und halten Tiere artgerechter, was also durchaus eine entsprechende Förderung rechtfertigt. grüße yarrah

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