Vital-Genuss.de : Das Blog rund um den grünen Lifestyle.

21. October 2017 | Nachrichten Feed

Bio im WWW – Studie über grünen E-Commerce

29. März 2007 von Manuel  
Abgelegt unter News

artikel-126Die gute Nachricht zuerst: die schwierige Erreichbarkeit vieler Angebote aus dem ökologischen Konsum ist beseitigt worden. Mittlerweile sind in Deutschland über 500 Anbieter im alternativen online-Versandgeschäft aktiv, darunter überwiegend spezialisierte (öko-)Fachhändler, aber auch konventionelle Händler, die Öko-Sortimente (v.a. Naturkost, Naturkosmetik, Öko-Textilien) in ihr Angebot aufgenommen haben. Die schlechte Nachricht: Im Bio-Web gibt es nach wie vor ein Dschungel aus Preisintransparenz, schlechter Shopbedienung und verschiedenster “Gütesiegel”.

Fo.KUS e.V. hat jetzt seine Studie “Öko-Faire Produkte im eCommerce” vorgestellt. Das Ergebnis: Die meisten Produkte aus der Bio- und Ökobranche sind mittlerweile auch im Netz per Webshop und Co zu erhalten. Den Markt bestimmen überwiegend spezialisierte (öko-)Fachhändler. Spitzenreiter sind Naturkost und Naturkosmetik. Noch recht schwach im Netz vertreten dagegen sind unter anderem Angebote aus Gartenbedarf und Möbelhandel.

artikel-126-2Laut Untersuchung von Fo.KUS e.V. sind im Versand von Naturkost 165 Anbieter deutschlandweit aktiv; damit ist es der Anbieterzahl nach die größte öko-faire Branche im E-Commerce. Allerdings gibt es häufig Überschneidungen mit der zweitgrößten Branche: rund ein Fünftel der Naturkostanbieter handelt auch mit Naturkosmetik. Und auch ein Angebot an Bioweinen ist in den virtuellen Regalen der meisten Anbieter enthalten. Es treten aber auch 16 spezialisierte Biowein-Fachhändler auf. Ähnlich bieten viele Naturkostanbieter auch Nahrungsergänzungsmittel (NEM) an, hier stehen sie aber in starker Konkurrenz zu spezialisierter Händlern auf, die meist nur eine Produktlinie anbieten – dies jedoch mit starker Professionalität und großem Werbebudget. Die Naturkosmetik weist 103 Anbieter auf. Der Bereich Mode & Textil belegt nach Anbietern mit 66 Firmen den dritten Platz, könnte aber auf Grund der oft hohen Produktwerte dem Umsatz nach den “gefühlten” zweiten Platz belegen. Unter den Öko-Sortimenten handelt es sich hier übrigens um die am frühesten prominent im Versandhandel etablierte Branche (siehe Hess Naturwaren etc.). Noch recht schwach im Öko-Netz vertreten sind die Bereiche Bücher, Tier- und Bürobedarf.

Wer sind nun die Anbieter der Webshops? Bei den Fachhändlern handelt es sich oft um stationäre Einzelhändler, die ihr angestammtes Geschäft um die Vertriebsschiene Online-Shop erweitert haben. Hier nimmt die Reisebranche – im Unterschied zu den Warenversendern – eine Sonderstellung ein. Mit 95 Anbietern von naturverträglichen oder ökologisch profilierten Reiseprodukten qualifiziert sie sich nach Zahl und Umsatz für einen der Spitzenplätze im grünen E-Commerce.

Die Studie zeigt aber auch zwei Schwachpunkte auf. So müssen laut Ansicht des Vereins die Vertrauens- und Preishürde abgebaut werden. Gütesiegel (TÜV, Trusted Shops etc.) sind gefragt – Vorkasse als alleinige Bezahlmethode hingegen nicht. Die hohen Preise sind ein weiteres Problem, es sind zwar viele Anbieter und Produkte zu finden, doch ein Preisvergleich ist oft schwierig. Nur sehr wenig Anbieter nehmen an sogenannten Preisvergleichsportalen teil. Auch würden Sonderaktionen noch zu wenig oder gar nicht genutzt, um Kunden aufmerksam zu machen und Neukunden zu gewinnen. Die komplette Studie können Sie sich hier herunterladen. Fazit: Der Bio-Online-Markt ist erwachsener geworden, aber es steckt noch jede Menge Entwicklungspotential drin.
Bildnachweis: 1. pixelretter.de; 2. Fo.KUS e.V.

Ähnliche Beiträge zu diesem Thema:

  • No Related Post

Kommentare

Ein Kommentar zu “Bio im WWW – Studie über grünen E-Commerce”
  1. Ringana sagt:

    Ein interessanter Artikel! Auch ist Bio nicht immer gleich Bio, vor allem im Naturkosmetik Bereich. Die vielen Geschmacksverstärker auch im Bio Nahrungsbereich sollte man auch kritischer sehen. Denn was bringt einem der Bio Brotaufstrich, wenn weiterhin Glutamat als Hefeextrakt ausgezeichnet in dem Produkt steckt?

Und was meinen Sie?

Erzählen Sie uns, was Sie über dieses Thema denken...