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Modetrend: I’m not a plastic bag

10. Juli 2007 von Manuel  
Abgelegt unter News

artikel-176aSo ändern sich die Zeiten. Als die Ökobewegung noch jung und frisch war, wurde der Slogan: “Jute statt Plastik!” geboren. Mit dem Leinenbeutel wurde nicht nur umweltbewußt eingekauft, nein er prägte die Post-68er-Generation und war ein Schlachtruf der späten 1970er Jahren. Dank eines geschickten Mode-Hypes ist die Jutetasche wieder der neuste Schrei. Allerdings muss “I’m not a plastic bag” draufstehen und sie muss von der Taschen-Designerin Anya Hindmarch entworfen worden sein. Prominente wie Keira Knightley, Lily Cole oder Erin O’Conner haben sich den 7,50 Euro-Beutel gesichert, der natürlich restlos ausverkauft ist. Auf Ebay sollen für einige Exemplare bis zu 200 Pfund über den virtuellen Ladentisch gegangen sein. Öko-Chique goes crazy!

Ausgedacht haben sich das IT-Bag die Aktivisten von Wearewhatwedo. Sie wollten für Ihre Kampagne gegen die inflationär verwendeten Einkaufstüten in englischen Supermärkten (die dort, im Gegensatz zu Deutschland, kostenlos abgegeben werden) eine ökologisch korrekte Jutetasche verwenden. Der Startschuss fiel im Stratford Shopping Centre im Osten von London. Dort wurden die Supermärkte mit Aufklebern und Flyern versorgt, um so die Käufer auf das Tüten-Problem aufmerksam zu machen. Dort tauchten auch die ersten Design-Taschen mit der Aufschrift “I’m Not A Plastic Bag” auf. Designt hat sie die britische Handtaschen-Designerin Anya Hindmarch. Richtig Furore machte das gute Stück aber erst, als Frau Hindmarch bei der Londoner Modewoche die Tasche kurzerhand mit auf den Laufsteg schickte. Sofort witterten Prominente einen neuen Modetrend in dem baumwollenen Begleiter, der dazu auch noch den grassierenden Öko-Chique bediente. Kurz darauf waren die 10.000 Stück der Ökotüte vergriffen. Der Preis war übrigens für ein Designerstück erstaunlich günstig: Die Taschen wurden für 5 Pfund in Sainsbury’s-Filialen verkauft.

artikel-176Wie immer bei verknappten “Must-have”-Stücken fing kurz darauf der eBay-Handel an zu blühen. Einige Taschen wurden für angeblich für über 200 Pfund verkauft. Und tatsächlich sind auch jetzt noch Auktionen am laufen, die deutlich über dem Einkaufspreis liegen (z.B diese oder diese Tasche). Für die Newsletter-Bezieher der Kampagnen-Seite whearewhatwedo.org gab es am 20. Juni eine weitere Auflage der Tasche I’m not a plastic bag, diesmal sogar in neuen Farben: blau, grau und grün. Auch dieses mal wurden die Modetaschen schnell ausverkauft. Auf der Webseite der Designerin wird gerade die dritte Runde eingeläutet. Vielleicht die letzte Chance, sich die Jutetasche zu besorgen. Am 14. Juli gibt es eine limitierte Auflage in Tokyo und am 18. Juli kommen in New York einige Exemplare auf den Markt. Europäer, die auch noch eine Tasche ergattern möchten, haben dazu Ende des Monats zwei Möglichkeiten. Dann gibt es nämlich in den Filialen von Brown Thomas (Irland) und im Corso Como in Mailand die begehrten Stücke. Wer dann immer noch leer ausgegangen ist, dem bleiben zwei Optionen. Entweder auf eBay zu horrenden Preisen zuschlagen oder sich einfach selbst eine Stofftasche designen. Unbedruckte “Vorlagen” findet man nämlich in jedem Bioladen ;-)

Mehr Infos zum Thema:

Bildnachweis: 1. pixelretter.de ; 2. wearewhatwedo.org

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Kommentare

2 Kommentare zu “Modetrend: I’m not a plastic bag”
  1. Hört sich fast so an, als ob wir demnächst und vor allem bei ebay tausende selbstbedruckte Tragetaschen finden werden…

Trackbacks

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  1. [...] waren es auch, die diesen Beutel als modisches Trend-Accessoir bewarben. Ich sage nur: “I’am not a Plastic Bag“, welche von der Britin Anya Hindmarch entworfen und von unseren Freunden aus Hollywood [...]



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