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Kulturgenuss pur in GÖRLITZ

9. Juni 2006 von Ronald  
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GörlitzAls vor einigen Wochen die Entscheidung über die europäische Kulturhauptstadt 2010 zugunsten von Essen ausfiel, bemerkten viele erst da, dass die kleine sächsische Stadt Görlitz dem Ruhrgebiet fast “die Show gestohlen hätte”. Goliath hatte sich nur äußerst knapp gegen David durchgesetzt. Immerhin hatte die niederschlesische Europastadt an der Neiße Bremen, Potsdam und Karlsruhe aus dem Rennen geworfen. Für vitalGenuss Grund genug, das 935 Jahre alte Handelszentrum im Herzen Europas einmal näher unter die Lupe zu nehmen und eine faszinierende Stadt zu entdecken, die deutschlandweit ihresgleichen sucht.

Das erste, was an Görlitz auffällt, wenn man sich der Stadt bei schöner Sicht von Dresden aus nähert, sind die gewaltigen Kuppen der Riesengebirgsgipfel. Es scheint fast, als würden sie unmittelbar hinter der Stadt liegen. Erst da wird einem bewusst, dass Görlitz eine Stadt der Mitte ist, gelegen im Herzen Europas genau auf dem 15. Meridian. Dieser Lage verdankt die Stadt ihre großartige Geschichte. Eine der wichtigsten mittelalterlichen Handelsstraßen – die via regia, die von Santiago de Compostelia bis in die heutige Ukraine führte – verlief durch Görlitz und machte die Stadt reich und berühmt.

Leckerbissen der Architektur(geschichte)
Die 1071 erstmals urkundlich erwähnte Stadt erlebte ihre erste Blütezeit im Spätmittelalter. Das sieht man hier fast an jeder Ecke. Gotik und vor allem wunderschöne Renaissancebauten bestimmen das Bild im historischen Stadtkern. Mittelalterliches Flair umgibt die zum großen Teil völlig sanierte Altstadt rund um den Ober- und den Untermarkt. Kleine verwinkelte Gassen und die für Görlitz typischen Hallenhäuser und Handelshöfe der Tuchmacher bestimmen das Bild. Altehrwürdige Kirchen, wie die weithin sichtbare Peterskirche (im 15. Jh. umgebaut) – die größte spätgotische Hallenkirche Sachsens – und die gut erhaltene Stadtmauer mit ihren Befestigungsanlagen versetzen die Besucher zurück ins Mittelalter. Genau wie das Altstadtfest, zu dem alljährlich Tausende nach Görlitz pilgern.

“Paris an der Neiße”
Ein Highlight herauszugreifen wäre fast vermessen, so vielfältig präsentiert sich “das Paris an der Neiße”, wie es die ZEIT einmal nannte. Sicher steht der 1525 erbaute “Schönhof” – das älteste Bürgerrenaissancegebäude Deutschlands – bei den Görlitzern und ihren Gästen Goerlitz1.jpgganz hoch in der Gunst. Heute befindet sich hier das Schlesische Museum”. Über 1.000 Exponate veranschaulichen die 900-jährige schlesische Geschichte. Weltweit einmalig ist die Originalnachbildung des Heiligen Grabes aus Jerusalem mit Heilig-Grab-Kapelle, Heilig-Kreuz-Kapelle, Adamskapelle und Golgathakapelle sowie dem Salbhaus mit der Skulptur “Die Beweinung Jesu”. Die Landschaft mit den Anhöhen nördlich der Grabeskapelle stellt den Ölberg mit dem Garten Gethsemane dar, der Wasserlauf symbolisiert das Tal des Baches Kidron. Da das Jerusalemer Original zerstört wurde ist diese Nachbildung heute im Grunde genommen eigentlich das Original.

Von der Gotik bis zur Gründerzeit
In Görlitz findet man von der Gotik bis zur Gründerzeit alle wichtigen Bau- und Kulturstile vor. Barocke Fassaden, gotische Kirchen, wunderschöne Renaissancegebäude und charakteristische Straßen und Plätze des 19. Jahrhunderts mit einer deutschlandweit einmaligen geschlossenen Gründerzeitbebauung prägen das Bild einer einmaligen Stadt. Das mittelalterliche Rathaus mit der berühmten Rathaustreppe, das Biblische Haus, der Unter- und Obermarkt, der Kaisertrutz und Dicker und Reichenbacher Turm sind weitere (und lange nicht alle) Highlights, die bei jeder Stadtführung auf dem Programm stehen sollten. Natürlich muss man auch die alte Raubritterburg auf der 421 Meter hohen Görlitzer Landeskrone gesehen haben. Und kulturell ist auch so einiges los.

Goerlitz.jpgKulturgenuss pur
Theater, Oper, Ballett, internationales Straßentheaterfestival, Landskron Kultubrauerei, Sommertheater auf dem Untermarkt und Kulturinsel Einsiedel bei Görlitz stehen für eine vielfältige Görlitzer Kulturszene. Ganz sicher hat Görlitz seit dem Zusammengehen mit der polnischen Oststadt Zgorzelec, die seit dem zweiten Weltkrieg bis zum Beitritt Polens zur EU von Görlitz abgespalten war, gerade auch im kulturellen Bereich viel gewonnen. Das Konzept der grenzüberschreitenden kulturellen Integration und des Dialogs zwischen den beiden Kulturen der Europastadt Görlitz-Zgorzelec hat viele Befürworter gefunden. Trotz oder gerade wegen des 2. Platzes der Neißestadt bei der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010 wird dieses Konzept konsequent weiter verfolgt – und das ist gut. Aber am besten ist, sie machen sich persönlich ein Bild von einer der interessantesten und schönsten Städte Deutschlands. Die passende Reiseliteratur finden Sie hier.

Bildnachweis: 1, 2, und 3 privat.

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