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Orangensafttest: Fast die Hälfte mangelhaft

1. Juli 2006 von Manuel  
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Eins vorweg: frisch gepresst schmeckt Orangensaft einfach am besten. Dies bestätigt jetzt auch die aktuelle Untersuchung von Stiftung Warentest. Die Prüfer schickten 24 industriell erzeugte Säfte ins Rennen, sowie einen frisch gepressten Orangensaft. Allen 126 Tester schmeckte dieser Saft am besten. Nicht munden wird hingegen der deutschen Fruchtsaftindustrie das niederschmetternde Testergebnis – nur sechs der Säfte bekamen das Urteil „Gut“. Klassenbester wurden O-Säfte vom Discounter.

Etwa 9 Liter (laut Verband deutscher Fruchtsaftindustrie (VdF) 2004) Orangensaft trinkt jeder Deutsche Bürger im Jahr, getoppt wird der Konsum nur noch durch Apfelsaft. Der Großteil des Orangensaft wird aus Konzentrat gemacht, dies geschieht aus Kostengründen. Nach der Ernte werden die Orangen gepresst und von Wasser “befreit”. Nach dieser Behandlung hat der Saft nur noch etwa ein Sechstel seines Volumens. Die Aromastoffe sind ebenfalls vom Saft getrennt. Im Zielland fügen die Safthersteller alle Teile wieder zusammen. Direktsaft wird hingegen komplett verschifft – was sich in höheren Transportkosten niederschlägt.

In der Juli-Ausgabe hat die Stiftung Warentest zwei Dutzend Säfte unter die Lupe genommen. 24 Orangensäfte, davon 20 aus Konzentrat hergestellte, 3 Direktsäfte und 1 gemischter, darunter 2 Bio-Säfte und 2 aus fairem Handel. Fast die Hälfte aller Orangensäfte schnitt bei diesem Test mit “Mangelhaft” ab, darunter auch ein Bio-Saft und einer aus fairem Handel. Nur 6 von 24 Säften waren “Gut”. Wie die Zeitschrift weiter berichtet, fanden die Prüfer in einem der beiden Biosäfte nicht deklarierten Fremdzucker. In einem anderen Saft wurde die Chemikalie ITX gefunden. Dieser Stoff kommt in Druckfarben vor, und sorgte vor einiger Zeit für den “Tetrapak-Skandal“. Auch ein besonders bitter schmeckenden, schlecht riechenden Orangensaft war dabei.

Im Test schnitten die Orangensäfte von Aldi Nord und Aldi Süd als bestes ab. Sie erhalten die Note „Gut“ (1,9) und sind mit 0,70 Euro je Liter recht preiswert. Ebenfalls „Gut“ sind Granini, Hohes C und Becker’s Bester sowie der fair gehandelte Orangensaft von Pfanner. Die Bestnote “Sehr Gut” erreichter keiner der Säfte – dies blieb allein dem (ausser Konkurrenz laufendem) selbstgepressten O-Saft vorbehalten.

Besonders pikant: Acht Konzentratsäfte entsprachen nicht der Fruchtsaftverordnung: wie bereits oben beschrieben werden Fruchtfleisch, Aromen und Saft getrennt und Wasser wird entzogen. Im Verkaufsland muss der Saft dann vorschriftsmäßig rückverdünnt werden. Genau dies ist jedoch in den acht Fällen nicht passiert: Das Aroma wurde nicht vollständig wiederhergestellt. Damit entsprechen die Säfte nicht der Fruchtsaftverordnung und hätten so nicht verkauft werden dürfen. Das Testergebnis offenbarte aber noch mehr Erstaunliches: “Der Verbraucher darf nicht glauben, dass er für einen hohen Preis auch eine gute Qualität erhält. Unser Test zeigt, dass auch das Gegenteil der Fall sein kann”, so Frau
Dr. Birgit Rehlender, Projektleiterin Stiftung Warentest. Der Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie protestiert gegen die schlechten Gesamtnoten wegen des Verstoßes gegen die Fruchtsaftverordnung. Selbstverständlich seien diese Produkte verkehrsfähig und hätten auch das richtige Aroma. Es wäre nun einmal kein Fruchtsaft ist wie der andere: “Es gibt kein „Muster Orangensaftaroma“ als Maßstab, denn Klima, Orangensorte, Bodenbeschaffenheit, Provenienz usw. sind maßgebliche Einflussfaktoren”, so der Verband in seiner eiligen Stellungnahme.

Hier gibt es die gesamte Testtabelle, und hier einen kleinen Film mit Infos zum O-Saft-Test. Den ausführlichen Artikel kann man in der Heftausgabe Juli nachlesen.

(via Saftblog.de)

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Kommentare

5 Kommentare zu “Orangensafttest: Fast die Hälfte mangelhaft”
  1. Der Vergleich der Stiftung Warentest mit dem selbstgepressten Orangensaft hinkt ein bißchen. Wie auch bei anderen Obstsorten, werden für die Fruchtsaftherstellung meistens spezielle Sorten verwendet. Orangen, die man im Laden kaufen kann, sind Tafelorangen, welche für die industrielle Saftherstellung nicht verwendet werden. Saftorangen sind kleiner, aromatischer (herber) und haben eine andere (dünnere) Schale, die schwer zu schälen geht. Deswegen wird ein Orangen-Direktsaft immer anders schmecken, als ein aus Tafelorangen zu Hause selbst gepresster.

    Genauso ist das übrigens bei Bananennektar. Hier werden Speisebananen verwendet, um Bananenmark herzustellen, welches dann wiederrum für Bananengetränke verwendet wird. Auch diese Bananen sind nur halb so groß wie die, die man im Laden kaufen kann, und sind viel aromatischer.

    PS: Apfelsaft aus Tafeläpfeln (diese schönen großen die man an der Obsttheke sehen kann) würde ganz abscheulich schmecken. Unsere Kunden würden den nicht kaufen. ;o)

  2. Manuel sagt:

    Hallo Kirstin,
    danke für die zusätzlichen Infos! Und wieder was gelernt. Klar hinkt der Vergleich. Interessanterweise hat ja der ÖKOTEST vor einiger Zeit auch getestet und ist zu einem etwas anderen Ergebnis gekommen: http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgs.cgi?doc=37436&suchtext=direktsaft

    Was mich am ganzen Test beruhigt, ist die Tatsache dass es hier “nur” um den Geschmack und die Rückgewinnungstechnik ging – und dass nach Testergebnis zumindest nicht irgendwelche “lustigen Chemikalien” im Getränk drin stecken.

    Und, es hängt ja auch immer vom Verbraucher ab, welchen Saft er jetzt bevorzugt. Ich empfand den Saft vom Plus z.B. geschmacklich als gar nicht so schlimm :-)

    Warum wurde euer O-Saft nicht mitgetestet? Ist Walther für STIWA noch zu klein?

  3. Ja klar sind wir noch klein. Allerdings wurden wir 1999 mal von der Frauenzeitschrift “Für Sie” angesprochen, um an einem Apfelsafttest teilzunehmen.

    Habe das mal gescannt:

    http://www.walthers.de/image/blog/fuersie.JPG

    PS: Mach den Link ruhig hübscher. :o )

  4. TVL-Lippert sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    nach Kenntnisnahme Ihrer Testsituation über Orangensaft,komme ich zu der Überzeugung sie verwechseln Äpfel mit Birnen !!!
    Eine Testreihe ist unseres Erachtens nur aussagefähig wenn Produkte mit gleichem Herstellungsdatum dem Test vorliegen.
    Die Verherrlichung verschiedener Produkte der ALDI -Gruppe erscheint uns wenig glaubenswert !
    Es sollte auch Ihrem Labor nicht entgangen sein,dass sich durch Lagerung des Orangensaftes alpha-Terpineol nachbildet.
    Es kann nicht angehen das Orangen-Säfte mit unterschiedlichen Herstellungsdaten miteinander verglichen werden !!
    Ullrich Lippert

  5. Manuel sagt:

    Herr Lippert,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Allerdings richtet sich Ihre Beschwerde an die falsche Stelle. Wir, d.h. vital-Genuss.de haben die Säfte nicht getestet. Das wurde (wie auch deutlich im Artikel erwähnt) von der Stiftung Warentest vorgenommen. Kritik an den Meßmethoden richten Sie darum am besten an:
    ——————————————————
    STIFTUNG WARENTEST
    Anschrift: Lützowplatz 11-13
    10785 Berlin
    Telefon: (030) 26 31-0
    Telefax: (030) 26 31-27 27
    E-Mail: email @ stiftung-warentest.de
    ——————————————————

    “Verherrlicht” wurde im Test (und auch in unserem Artikel) der Diskounter-Saft bestimmt nicht. Was wir speziell hervorgehoben haben, ist die Tatsache, dass am besten immer noch der FRISCHGEPRESSTE, selbst hergestellte Saft, schmeckt.

    Und ich behaupte jetzt einfach ganz frech, dass auch Sie sich diesem Urteil anschließen können, oder?

    Mit vitalen Grüßen,
    Manuel Rosenboom

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