Die Nachfolger von Spice
Seit Ende des letzten Jahres brach ein regelrechtes Mediengewitter über eine bis dahin unscheinbare Kräutermischung namens SPICE herein. Gefeiert und gefürchtet als legales Marihuana wurde Spice, welches im Gegensatz zu Gras eben nicht nur erlaubt war, sondern auch stärker wirken sollte. Dass so etwas nur durch das Mischen von harmlosen exotischen Kräutern (die alle nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen) möglich sein sollte, schien von Anfang an unwahrscheinlich. Bereits vor dem Hochköcheln der SPICE-Affaire kamen Stimmen auf, die behaupteten, in dem Wunder-Spice wären chemische Zusätze enthalten. Videos auf Youtube und Erfahrungsberichte von Usern, die Spice nicht als Räucherwerk sondern als THC-Ersatz verwendeten, bestätigten dass eine bedröhnende Wirkung möglich sei.
Die deutsche Regierung versuchte der Spice-Epidemie schnell Herr zu werden, und verbot mit einer Eilverordnung die Räuchermischung zum 22. Januar 2009. Die entsprechende Verordnung zur Verschärfung des Betäubungsmittelrechts wurde kurz darauf im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Warum kam es zum Verbot? “Vorangegangen waren Untersuchungen der Uniklinik Freiburg und des Bundeskriminalamts. Gemeinsame Laboruntersuchungen ermittelten als Wirkstoff in “Spice” eine chemisch leicht modifizierte Form des synthetischen Cannabinoids “CP-47,497″. Diese Substanz hat demnach eine vielfach stärkere Wirkung als das in der Cannabispflanze enthaltene THC.”, heißt es in einem Bericht von Tagesschau.de So brach der Verkauf von Spice schlagartig ein, denn man konnte die “Bio-Droge” nicht mehr in den einschlägigen Geschäften legal erwerben.
Spice Alternativen: Scope, Relax und Egypt
Im Zuge des kurzzeitigen Hypes wurden von findigen Betreibern sogar verschiedene Spice-Blogs aus dem Boden gestampft, welche sich auch über beachtliche Zugriffe freuen konnten. Mit dem Verbot wurden diese aber nicht eingestellt, sondern sie berichten heute über verschiedene Spice-Alternativen, die weiterhin (oder gerade deswegen) im üblichen Handel (Headshop, Versandhandel) angeboten werden. Angeblich seien die Spice-Nachfolger mit ähnlich prägnanten Namen wie Scope, Relax, Space oder Egypt frei von chemischen Zusätzen, würden aber trotzdem eine Wirkung wie das “Original” haben. Da fragt man sich als unbedarfter Laie – wie soll das möglich sein? Natürlich wurde bereits während der Diskussion um das Spice-Verbot die Befürchtung laut, es könnten schnell Alternativen zu Spice im Handel auftauchen. Diese Angst scheint begründet zu sein. In einem Interview mit dem Schüler-Magazin dein.gs bestätigt Marcel M, “Kenner der Spice-Szene” und Betreiber eines Spiceblogs, das Vorhandensein eines großen Marktes für Spice-Produkte. Auf die Frage, ob nach dem Verbot neue Nachfolgeprodukte auf den Markt kommen würden, antwortet er:
“Ja – [es wird] immer neue Nachfolgeprodukte geben. [...] Die Hersteller und Vertriebler haben den Markt erkannt. Die Umsätze sind teilweise utopisch. Demnach wird es immer wieder neue Produkte geben, schneller als sie sich verbieten lassen.”
Wirken Scope und Space und Co?
Offiziell werden auch die Spice-Nachfolger wie Scope oder Space (interessante Namensähnlichkeit, oder?) als “Räucherware” verkauft. Das bedeutet – der Konsument soll sich diese Kräuter in eine Schale packen, verbrennen und dann an dem “Duft” erfreuen. Vor dem Konsumieren (also Scope rauchen) wird natürlich auf den Packungen und in den vertreibenden Online-Shops gewarnt. Ein Schelm, wer böses denkt, oder sich tatsächlich die Kräutermischungen in einen Joint dreht. Das dies geschieht und der Hauptzweck ist, sich z.B. Space zu kaufen, berichten Space- und Relax-Anwender überall freimütig in Netz, z.B. beim oben genannten Spiceblogger. “Es klatscht“, so die mehrheitliche Meinung von Konsumenten, die Spice-Alternativen rauchen. Und so ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Produkte verboten werden, wenn in ihnen chemische Substanzen, die THC ähneln, gefunden werden. Denn ohne Enhancer sollte es schwer sein, eine Wirkung mit obskuren Räuchermischungen zu erzielen. Das ist ein gefährliches Katz- und Mausspiel. Am Ende verlieren vor allem die Konsumenten, da sie nichts über die eigentlichen Inhaltsstoffe wissen. Bio-Drogen, wie sie in den Boulevard-Medien genannt wurden, sind die halb-legalen Räucherwerke gewiss nicht. Dazu kommt der Preis. Für ein Gramm Scope zum Beispiel werden je nach Sorte zwischen 7 und 10 Euro pro Gramm verlangt. Da ist die illegale Vorlage, das Marihuana, fast günstiger

Der Staat ist doch selbst schuld! Würden sie Cannabis legalisieren wären innerhalb von wenigen Wochen alle Kräutermischungen vom Markt verschwunden! Wer kauft schon Spice, wenn das Original legal ist und 1000 mal besser schmeckt??