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Die heimlichen Dickmacher

26. Januar 2007 von Manuel  
Abgelegt unter Gesundheit

artikel101Wer weiss schon wirklich, was er oder sie täglich isst? Ohne Latein oder Kenntnisse der Lebensmittelchemie hat der Konsument es schwer, auf Verpackungen alle Inhaltsstoffe eines Lebensmittel zuzuordnen. Dadurch ist man ein leichtes Opfer der Werbesprüche auf den bunten Verpackungen.

Am vergangenen Dienstag versuchte das ZDF-Magazin FRONTAL etwas hinter die Kulissen der Food-Industrie zu schauen. Ihre provokante These: “Die deutsche Lebensmittelindustrie wehrt sich bewußt gegen einfache und transparente Verpackungshinweise. Aus Gründen des Profits haben die Hersteller kein Interesse an einem informierten und damit mündigen Bürger.”
Im Beitrag (auch online einsehbar als Video) kommen alte Bekannte zu Wort: Matthias Wolfschmidt von Foodwatch, die ehemalige Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast sowie Matthias Horst aus der Lebensmittel-Lobby. In einer Tour de Force ackert sich der ZDF-Beitrag in acht Minuten durch Geschmacksverstärker, verschleppte Kennzeichnungspflicht und Verbrauchersorgen. Jeder Interviewpartner darf kurz seine Anliegen vortragen und der Zuschauer erfährt, dass es zum Beispiel in England eine einfache Kennzeichnungsmethode für Lebensmittel gibt. Die Ampel. Grün ist gesund, rot ist ungesund, soweit so einleuchtend. In Deutschland versucht man so eine Kennzeichnung zu verhindern. Statt der heimlichen Dickmacher in den Produkten ist (natürlich) der Verbraucher schuld: Er isst zu viele Chips und bewegt sich zu wenig, eine Kennzeichnung würde auch daran nichts ändern, sagt die Lebensmittel-Industrie.

Ein lobendes Beispiel wird bei Frontal auch genannt. Felix Ahlers von Frosta erzählt, dass seine Firma als einer der wenigen Fertignahrungsmittelhersteller auf Zusatzstoffe wie z.B. Glutamat verzichtet (hier berichtet das Frosta-Blog über die Dreharbeiten im Firmen-Bistro). Gerade Glutamat ist ein heimlicher Dickmacher, da es eben nicht nur minderwertige Lebensmittel “aufhübscht”, sondern auch zu Heißhunger oder sogar Fresssucht führen soll. Der interessanteste Fakt wird aber leider erst in der Abmoderation angesprochen: “Der jährliche Schaden durch Übergewicht wird für unsere Volkswirtschaft auf rund 80 Milliarden Euro geschätzt.” Verbraucher, die sich gesund ernähren sind somit auch gut für die Volkswirtschaft ;-)

Der Beitrag hinterläßt bei mir jedoch einen leicht schalen Geschmack. Zwar freue ich mich, dass FRONTAL das wichtige Thema der Nahrungskennzeichnung aufgreift, aber ich habe Sorge, dass im Beitrag zuviele unterschiedliche Themen reingepackt wurde, und dadurch viele Fragen offen bleiben werden. Die Rolle von Geschmacksverstärkern in Bezug auf Allergien fehlt mir ebenso, wie beispielsweise ein Gesundheitsvergleich von frisch zubereiteter Nahrung im Verhältnis zu “bequemen” Fertiggerichten. Was z.B. in der neuen Doku-Serie “Besser Essen” von Pro7 richtigerweise sehr in den Vordergrund gestellt wird. Und gerade der Schwenk am Ende auf Frosta legt, so sehr ich deren Engagement für zusatzfreie Produkte schätze, dem Zuschauer nahe, dass Convenience-Food schon ganz in Ordnung ist, wenn man mal auf die Geschmacksverstärker verzichtet. Das ist schade, aber vielleicht wird das Thema ja noch mal aufgegriffen – mehr unter dem Aspekt der praktischen Gesundheit und nicht sehr unter der “Skandal!”-Flagge.

Bildnachweis: 1. pixelretter.de

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Kommentare

5 Kommentare zu “Die heimlichen Dickmacher”
  1. Putzlowitsch sagt:

    Ich habe zwar den Fernsehbeitrag nicht gesehen, ist aber ein interessantes Thema.

    Kürzlich habe ich auch irgendwo gelesen, das Tiefkühlgemüse gesünder sei als frisches.
    Die Begründung klingt durchaus logische. Durch das einfrieren werden wohl wichtige Inhaltstoffe schnell konserviert, die sich beim frischen Gemüse während eines möglicherweise längeren Transportes zum Verbraucher und der Lagerung bereits verflüchtigen.

  2. Hallo,

    das gesündeste Gemüse wäre das frische, soeben im eigenen Garten geerntete Gemüse. Denn das enthält immer noch die meisten Vitamine.

    Da aber die wenigsten von uns einen eigenen Garten haben, ist tatsächlich das gefrorene Gemüse vorzuziehen, denn geforen bauen sich Vitamine wesentlich langsamer ab, als ungeforen.

    Nur interessiert das die wenigsten von uns. “Ich ess was mitr schmeckt” ist immer noch die oft gehörteste Antwort auf das Thema gesunde Nahrung.

    Also immer schön die Augen und Ohren zu machen, nicht denken und noch eine Tüte Chips mit noch einem Bier runterspülen, während man sich die nächste Doku-Soap reinzieht.

    “Natürliche Auslese” könnte man das nennen…

    Gerhard Zirkel

  3. Mr. Noname sagt:

    Da weiß man gar nicht mehr was man essen soll. Was die im Fernsehn bringen. Das ist fettig, das ist fettig und das, und das… Soll man nur noch Knoblauch und Fisch essen, oder was? Wenn man das glaubt was die im Fernsehen sagen, was alle fettig ist, kann man keine: Eier, Schweinefleisch, Bananen, Huhn, Käse,… essen. Esst was euch gefällt. Die richtigen Fettmacher sind ja Chips, Schokolade und Süßigkeiten. Spart da drann lieber.

  4. Bestnews sagt:

    Ich gehe jede Wette ein, dass in ein paar Jahren das ach so tolle Tiefkühlgemüse seinen Ruf ziemlich einbüßt. Ein derart bearbeitetes Gemüse, kann niemals das Gelbe vom Ei sein! Wer mir anderes verklickern will, betrachtet das Lebensmittel in seiner Komplexität nur unvollständig und denkt altmodisch. Das ist schon länger meine eigene Überlegung und neulich fand ich genau diesen Standpunkt in dem Buch “Hormonyoga” von Rodriguez bestätigt.

  5. Siana Marten sagt:

    Öko essen, das glaube ich nicht mehr, ich werde ja nie immer sicher, was ist esse, und das seit Jahren eigentlich, alles, was wir zum Essen kaufen, ist JunkFood!

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