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Geheimnisvolle Schwarzbeeren

6. März 2007 von Manuel  
Abgelegt unter Gesundheit

Die Saftblogger lesen gerne und viel. Manchmal auch die Anzeigen in Illustrierten. Und was ihnen da begegnet, sorgt für Rätselraten. Was für ein Wundermittel wird denn da in der verlinkten Anzeige beworben? Angeblich ist es ein natürliches Putzmittel für unser Gefäßsystem. Klingt doch gut, der Meister Schwarzbeere für´s Blut. Aber Moment bitte, was ist denn eine Schwarzbeere? Handelt es sich etwa um eine seltene Beere aus Amerika, die nur noch in Neuengland wachsen soll? Oder ist es doch eher die häufiger vorkommende Heidelbeere, die zumindest den Beeren auf dem Anzeigen-Foto recht ähnelt, das behauptet zumindest Kirstin Walther vom Saftblog.

Um die Sache etwas zu entwirren, habe ich mich auch einmal in die Recherchen gestürzt – aber Achtung! Es wird wirklich beerig…

Gehen wir der Sache mal etwas auf den Grund. Eine Theorie wäre, dass die geheimnisvolle Schwarzbeere in den Tabletten die sog. Garden Huckleberry (Gartenheidelbeere) ist, die kennt man auch als Schwarzbeere, oder Solanum Scabrum. Das Problem dabei: Die auch als Sunberry bekannte Frucht gehört zu den Kulturnachtschattengewächsen (im rohen Zustand leicht giftig) und wächst nicht nur in Neuengland, sondern in ganz Nordamerika, besonders gerne in Florida. Aber, sie hat scheint sehr gesund zu sein und gegen verschiedene Wehwehchen zu helfen.

artikel-113Bei der Herkunft hat der Anzeigenschreiber auf jeden Fall etwas durcheinander bekommen. Es wird die Cranberry erwähnt, und diese (nicht die ominöse Schwarzbeere) wird hauptsächlich in Neuengland und umliegenden Staaten kultiviert. Gut, aber weiter sind wir deswegen noch lange nicht. Sucht man bei Google nach “Schwarzbeer-Extrakt”, dem Wundermittel, dass in den Kapseln ist, stößt man auf die Myrtillus-Beere. Angeblich die Ur-Heidelbeere und eben sehr gesund. Aber der Autor der Seite verwirt uns dann mit dem Satz: “Die Myrtillus-Beere (Vaccinium myrtillus) ist in Deutschland besser bekannt als Blaubeere, Schwarz-Beere oder Heidelbeere.” Wie, jetzt auch noch Blaubeeren?!? Hilfe ;-)

Aber, wer jetzt noch etwas tiefer gräbt, kommt zu dem sehr interessanten Artikel “Myrtillus-Beeren und wie wir für dumm verkauft werden“. So langsam kommt also Licht in die Sache! Zu guter Letzt vergleichen wir noch diesen Anzeigentext mit dem eingangs erwähnten Saftblog-Text. Und siehe da: auch bei den Reklametextern ist man verwirrt – und verwechselt schon Blaubeeren mit Heidelbeeren, pardon. Schwarzbeeren ;-) Vielleicht haben zu wenig Kaufwillige beim Apotheker die Myrtillus-Beere richtig aussprechen können, und darum nennt man das Produkt lieber Schwarzbeeren-Kapseln. Oder sollten wir einfach selbst Heidelbeeren, vielleicht sogar die aus der heimischen Region, auspressen, um an den färbenden Saft zu kommen? Denn in diesem Kommentar verrät ein Händler endlich, was in dem verflixten Zauberpulver drin ist: “Meine Philosophie ist es, Interessenten genau zu sagen, was (der hochwertige Heidelbeerextrakt mit 25% Anthocyananteil) und wieviel (50mg pro Kapsel) in meinem Produkt enthalten ist.” Warum denn nicht gleich so!

Update: Im Forum Chefkoch.de ist man der Frage nach dem Unterschied Schwarzbeere, Heidelbeere und Blaubeere bereits im vorigen Jahr nachgegangen. Das Ergebnis: Es liegt auch an regionalen Dialekten, was für eine Frucht man zu sich nimmt, wenn man Schwarzbeeren nascht. So wird laut Aussage einer Nutzerin im Saarland auch die Brombeere wegen ihrer Farbe als, na was wohl! bezeichnet. Allerdings, wie Brombeeren sehen die Früchte in der Illustrierten-Anzeige wahrlich nicht aus…

Bildnachweis: 2. arche-noah.de

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Kommentare

52 Kommentare zu “Geheimnisvolle Schwarzbeeren”
  1. Tanja sagt:

    Hallo, die Planzen heißen. Schwarzer Nachtschatten!
    Die schmecken roh, als Marmelade oder als Kuchenbelag sehr lecker.
    Habe selbst welche bei mir im Garten. Wenn man die einmal im Garten hat, wachsen die jedes Jahr neu auch an anderen Stellen.
    Hier in DE werden die Beeren als giftig bezeichnet. Ich kenne die Beeren seit meiner Kindheit und wir haben viel davon gegessen.

    Hoffe ich konnte weiter helfen. :-)

    Schöne Grüße
    Tanja

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