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Wikifood – Idee gut, Ausführung mangelhaft

21. September 2006 von Manuel  
Abgelegt unter Gesundheit, Im Netz

Artikel59-1Es gibt ein neues Info-Angebot für Allergiker und kritische Verbraucher. Die Datenbank “Wikifood” ist online und soll künftig alle Inhaltsstoffe von Lebensmitteln auflisten. Möglich wird dieses interessante Projekt durch freiwillige Nutzer und Produzenten, die ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Hinter der Datenbank steckt das luxemburgische Forschungsinstitut Henry Tudor und weitere Partner. Ähnlich wie bei Wikipedia können auch bei “WikiFood” die Nutzer Einträge überprüfen und bei Bedarf Änderungen einfügen. Eine History soll dafür sorgen, dass alle Versionen eines Eintrags bestehen bleiben und man die Änderungen verfolgen kann.

Soweit die schöne Theorie. Im Nutzertest sieht die Sache dann ganz anders aus. Ohne Registrierung kommt man auf der Seite nicht sehr weit – auch für bloßes Suchen muss man sich anmelden. Das widerspricht dem “Wiki-Prinzip” der freiverfügbaren Informationen. Leider gibt es weitere schwerwiegende “Features”, die dem Benutzer die Recherchearbeit erschweren.

Die Idee einer Datenbank für Lebensmittel ist gut, keine Frage. Doch krankt das Projekt bislang noch an einigen Ungereimtheiten. Da dieses Portal eine Hilfe für Allergiker sein soll, läge nahe, wenn sich die Datenbank nach kritischen Stoffen, die eine Unverträglichkeit beim Nutzer auslösen, durchsuchen ließe. Pustekuchen – im Suchfeld “Name” kann man alles eintragen, aber “Sojalecithin” z.B. bringt keinen Treffer, obwohl der Inhaltstoff im eingetragenen Produkt “Balisto” vorhanden ist. Damit nicht genug. Es finden sich zwar jede Menge Hersteller/Markennamen in der Auswahl, allerdings ohne Inhalte – dies findet man aber erst heraus, wenn man sich mühevoll durchgeklickt hat. Eine kleine Zahl hinter den Marken wäre nützlich, um die Menge der Daten auf einen Blick zu sehen, und bei einer “0″ keine Zeit zu verschwenden. Bislang scheinen noch sehr wenig Produkte eingetragen zu sein (wie viele es gibt, lässt sich leider nicht so einfach herausfinden), aber erste Hersteller (wie z.B. Frosta) lassen sich auf Wikifood ein. Ich bin gespannt, ob die Datenbank wirklich zu einem Hilfmittel für Allergiker und bewußte Verbraucher wird.

Was schmerzhaft fehlt, ist eine Online-Hilfe. Nicht jeder Nutzer (wenn er denn durch die Registrierung nicht abgeschreckt wurde) weiss z.B. was eine EAN-Nummer ist, bzw. wo er diese findet. Schade ist weiterhin, dass bei der angedachten Vernetzung (Achtung: Web 2.0!) nicht sehr einfallsreich vorgegangen wurde. Die Lebensmittel können von den Nutzern bewertet werden, aber es ist nicht möglich, zu sehen WER da was bewertet. Stichwort Vertrauen, oder “Authority” – wie glaubwürdig ist die Bewertung? Wer ist dieser Bewerter, was für ein Background hat er? Da ist heute jede durchschnittliche Forensoftware weiter, wo auch die Nutzer bewertet werden und ihre Beiträge recherchiert werden können. Leider lässt sich mein Fazit von Wikifood mit: “Gute Idee – schlecht umgesetzt” zusammenfassen. Ich hoffe natürlich, dass die Macher der Seite schnellstmöglichst eine überarbeitete Version zusammenstellen und dass möglichst viele Nutzer mitmachen – sonst ist das ambitionierte Projekt leider zum Scheitern verurteilt.

Bildnachweis: 1. Screenshot von Wikifood

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  1. [...] die Plattform www.wikifood.lu einem kleinen Test. Das Ergebnis war leider mit den Worten – gut gemeint, aber noch verbesserungswürdig zusammenzufassen. Mittlerweile haben sich die Macher der Seite wohl einige Kritikpunkte zu Herzen [...]



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